Get cape. Wear cape. Fly!

montagmorgen. 
2 Brötchen, 5 Tassen Kaffe, 25 Zigaretten. 
Gehirngulli. 
Sitze in diesem überteuren Café in dieser affektierten Stadt. Sehe müde Gesichter. 
Sie lächeln. 
Doch innerlich quälen sie auch die alltäglichen Probleme. 
Stumme Schreie, die nie jemand hören wird. 
Wie gerne würde ich ihnen ihr verdammtes Lächeln aus dem Gesicht wischen. Ihre kleine Welt auf den Kopf stellen. 
Mann kann einfach nicht auffallen in einer Welt in der sich niemand mehr Gedanken macht. Trostlosigkeit und Routine als Steuermänner des Lebens.
Nur hin und wieder ein Gedankenblitz. 
Momentaufnahme: Erleuchtung. 
Doch sie alle verbrennen im Licht der Sonne. Meinem Licht. 
Aggressive Schizophrenie. Und das Rad dreht sich weiter. Zeit verstreicht. 
Fertigmensch und Leben-to-go. Schön verpackt. Mit Schleife. 
Diese Welt und ihre Ideologie widern mich an. 
Motivations- und Ideenarmut. 
Ich kann die Gedanken in meinem Kopf nicht in Bilder packen und nur sehr unzureichend in Worte kleiden. 
Also Sonne ich mich weiter alleine in der Welt, die mein krankes Hirn mir bietet. 
Erneuter Blick zur Uhr. Die Zeiger treiben ein böses Spiel mit mir. Zufuhr von größeren Mengen Koffein und Nikotin, die Drogen, die mir unter der Woche bleiben. 
Sinnlosigkeit bestimmt diese Tage. 
Noch 4 mal aufstehen dann hat mich das Wochenende endlich wieder. Wie immer quält das Radio mit der schlechten, kurzlebigen Musik dieser Tage. Wenn man das überhaupt Musik nennen kann, dieses Charts gewäsch. Naja. 
Wenn man zuviel Zeit mit sich selbst verbringt, beginnen die Gedanken zu verlaufen, Rinnen einem wie Sand durch die Finger. Immer wenn ich versuche sie zu fassen zu bekommen, bleiben nur einige Körner hängen. 
Natürliche selektion. 
Dankbarkeit durchflutet mich für jeden Lichtblick. 
Wo wir gerade beim Thema sind: Die Sonne kommt raus und das ansonsten so Stil-ignorante Radio spielt Jamiroquai. Neue Kippe. 
In solchen Momenten kämpft mein Geist mit seinen Fesseln. Die ihm auferlegt wurden. Von der Gesellschaft, von mir selbst. 
Es muss etwas passieren. Sich ändern. 
Was hält mich auf? Mut ist da. 
Zumindest genug um sich Gedanken zu machen. Was fehlt ist Glaube. Glaube daran das sich wirklich etwas verändern würde. 
Wozu etwas aufgeben, was man nie besessen hat, für etwas, von dem man nicht weiß ob es funktioniert. 
Und schon suche ich wieder nach Ausreden. Vor mir selbst. Verbündeter und größter Feind. 
Warum nicht nochmal einen Blick wagen. 
Ich trete vor das Fenster, welches das sichere Haus meiner geordneten Gedanken verbindet mit dem restlichen Gedankengut das ich so produziere. 
Ein einziger imaginärer Handgriff. 
Ich öffne das Fenster und blicke hinaus. 
Lärm schlägt mir entgegen, das immer lauter werdende Schreien, der Gedanken die ich immer ausschließe. 
Der Lärm steht im krassen Gegensatz zu der kargen, grauen Landschaft in der er herrscht. Das Schlachtfeld meiner Emotionen. Heraufbeschworen durch einen Krieg, in dem es keinen Sieger geben kann. Ein Krieg gegen mich selbst. 
Doch zur Zeit herrscht Waffenstillstand. 
Gezwungenermaßen. 
Denn beide Seiten sind schwer gezeichnet von den Verlusten der Schlacht. 
Trostlose Kälte herrscht vor. 
Außerhalb der Kriegslager ist alles Leben ausgelöscht. Nur in der Mitte, zwischen den Fronten, klammert sich eine kleine Blume verzweifelt ans Leben. Ein letztes Überbleibsel der alten Prachtvollen Emotionsgärten. 
Und doch, stur und zäh klammert sie sich an den felsigen Boden. Den Blütenbekranzten Kopf hoch nach oben gereckt, damit er auch jeden der so seltenen Sonnenstrahlen auffangen kann. 
Angst und Trauer überkommen mich. 
Ich muss mich selber bezwingen und dieser Blume alles geben was sie zum Leben braucht und was ich entbehren kann, von meinen letzten Gefühlsreserven. 
Ohne einen erneuten Kampf zu riskieren. 
Einen weiteren Krieg würde auch dieses zähe Gewächs nicht überstehen. 
Die letzte Blume meiner Gefühle. Ich hoffe sie wird eines Tages Früchte tragen. Zeit hab ich. 
Ich hasse Montage.

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2 Antworten to “Get cape. Wear cape. Fly!”

  1. Du schreibst oder besser gesagt, du malst die Welt so, wie sie eig ist!
    Sowas wie deine Texte hab ich lang nicht mehr gelesen, das letzte war „Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2“ ;D

    werd mal bisschen weiter stöbern in deinem Blog.

    Ps: Das gute an Montage ist, dass sie nur 1x in der Woche gibt :]

  2. danke für das lob, ich freue mich immer wenn meine texte mensche ansprechen. ich setze mich jetzt auch wieder intensiver mit diesem blog auseinander um regelmässiger einträge zu posten!

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