Archiv für September, 2008

Nachtrag 14.09.08: Verschobene Moral.

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on September 15, 2008 by timserin

Ein unbefangenes Gespräch unter Freunden.
Ein gemütliches WG-Wohnzimmer, schwelgen in alten Zeiten.
Alkohol und Nikotin, Spaß, Gelächter.
Eine Situation die ich mag wie keine andere. In diesen Situationen bin ich glücklich und ich selber.
Im Kreis guter Freunde, mit denen man schon so einiges erlebt hat.
Konversation wird weitergetrieben.
„Langsam werden alle Sesshaft!“
BANG! Ich höre den Klang diesen Satzes in meinem Kopf nachhallen wie einen Gewehrschuss.
Die Menschen, die sich vor einem halben Jahr noch als die Single-Elite sah, die jeden Tag die härtesten Partys gefeiert haben, die Wochenlang auf engstem Raum neben- und miteinander existiert haben, die nie etwas haben anbrennen lassen, leben nun in anderen WG’s und haben eine feste Beziehung. Drogenpartys und krasse nächtliche Aktionen werden nach und nach abgelöst von Koch- und DVD-Abenden. Über wochen werden einzelne Individuen nicht gesehen. Zumindest nicht in unseren alten, abgerockten Clubs.
Ich lache mit den anderen über die Umstände der neuen Bindungen, darüber das man nie daran gedacht hat das sich diese Person bindet, oder es auch nur in erwägung zieht. Und jetzt das.
Ich lache, doch innerlich schreie ich laut auf.
Danach innere Stille, Kälte kriecht meine Füße hoch und ich mache mir mal wieder meine Gedanken.
Alle binden sich, schalten einen Gang runter, nur ich nicht, ich gebe weiterhin alles, schalte eher noch einen Gang nach oben.
Unsere damals gemeinsamen Werte und Einstellungen werden nach und nach verdrängt, sterben.
Werden zu meinen alleinigen Ideen. Meine Idee von Freiheit und Spaß, die die anderen nicht mehr teilen.
Und ich habe Angst, angst wieder auf der Strecke zu bleiben, den Ausstieg zu verpassen.
Ich will keine Veränderungen, kein Erwachsenwerden und kein Ernst des Lebens.
Was ich will sind immer 5-9 Leute in einer winzigen 2-Zimmer WG, mit Wodka, Joints und sexueller Freizügigkeit. Vorbei, vorbei.
Aber es gibt auch noch Menschen die den alten Pfaden folgen, wenn auch vielleicht nicht aus Überzeugung, so wie ich, sondern weil es sich noch nicht anders ergeben hat. Aber alleine das es so ist tröstet mich, genauso wie das Stöhnen und anschließende Gitarrenspiel aus dem WG Zimmer eines guten Freundes.
Nichtsdestotrotz sind diese Menschen meine Familie, die ich mehr brauche und schätze als mein Elternhaus, deren (damals!) verdreckte WGs ich meinem trauten Einfamilienhaus-Heim jederzeit vorgezogen habe und immernoch tue.
Ab und zu frage ich mich ob diese Menschen wissen wieviel sie mir bedeuten und was sie wohl davon halten.

Nachtrag 09.09.08: Wie weit noch?

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on September 15, 2008 by timserin

Also stimm​t es doch.​ 
Alles​ im Leben​ rächt​ sich.​ 
Und das gerad​e zu einem​ Zeitp​unkt an dem ich dacht​e,​ diese​m Teufe​lskre​is zu entko​mmen.​ 
Ansch​einen​d ist es mir einfa​ch nicht​ vergö​nnt.​ 
Ich verst​ehe die Welt nicht​ mehr,​ die Mensc​hen um mich herum​ noch wenig​er.​ 
Aber es ist doch schön​ zu wisse​n,​ das einen​ die Reali​tät auch nach all dem Erleb​ten noch auf den Boden​ der Tatsa​chen zurüc​khole​n kann.​ 
Ich wünsc​hte es wäre ander​s.​ 
Der kurze​ Höhen​flug ist ansch​einen​d vorbe​i.​ 
Es prass​elt alles​ auf mich niede​r und ich kann nicht​s tun ausse​r schüt​zend meine​ Hände​ über meine​n Kopf zu halte​n.​ 
Wie immer​.​ 
Nur diesm​al nicht​.​ 
Ich öffne​ die Arme gen Himme​l und fange​ alles​ auf mich dem ich (zu recht​ oder unrec​ht)​ besch​ossen​ werde​.​ 
Ich kann nur hoffe​n das ich nicht​ wiede​r den falsc​hen Weg gewäh​lt habe,​ den es ist der letzt​e den ich noch nicht​ kenne​.​ 
Die Zeit wird es mit sich bring​en.​

Es gibt alternativen zum Wahnsinn.

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on September 8, 2008 by timserin

Samstagnacht.
Grelles Neonlicht empfängt mich vor dem Club.
Adrenalin und Vorfreude pulsieren durch meine Venen.
Schnell drängen wir durch den Eingangsbereich, vorbei an grimmig aussehenden Türstehern.
Hinter der Tür empfangen mich hektische Lichtblitze.
Die Bässe fegen mir die letzten Zweifel aus dem Kopf und die Musik trägt meine Sorgen auf ihren Schwingen weit von mir weg.
Zuhause. Endlich.
Ungedult packt mich. Schnell stürze ich einen Drink hinunter, doch mich kann nichts mehr an der Bar halten.
Ich eile zur Tanzfläche.
Mein Blick wandert umher, sieht in vertraute ekstatisch Aufgerissene Augen und in Trance abgeschweifte Gesichter.
Das Stroposkoplicht verzerrt die Wahrnehmung.
Macht Bewegungen unwirklich und zugleich ungemein intensiver.
Ich schließe meine Augen und lasse mich von der Musik durchfluten.
Ich fange an mich zu bewegen, bis ich im selben wummernden Takt rotiere wie alle anderen hier.
Meine Umgebung verschwimmt, macht platz für ein verrücktes Farbenspiel.
Das Ich löst sich auf. Kollektives Bewusstsein, einer gelangweilten Generation auf der Suche nach dem Sinn der Dinge.
Ich tanze gerade so, als wäre niemand da der zusehen würde.
Schwitze den Dreck der Woche aus.
Bis tief in den nächsten Morgen.
Alles andere ist nebensache.
Lebe diese Welt.
Die Welt der zwielichtigen Clubs, der lauten Musik, dieses Lebensgefühls.
Bis die Dämmerung uns Kinder der Dunkelheit wieder zurückdrängt in das Leben, welchem wir hier so gerne entfliehen.
Ich liebe Samstag Nacht.

(alt)Roboter ohne Ansprüche…

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on September 4, 2008 by timserin

das macht diese grausame Welt aus uns.
Maschienen, die funktionieren ohne Bedürfnisse oder auflehnung.
Ich meine im Moment zähle ich noch zu den wenigen Glücklichen meiner Bekannten, die noch Ferien haben.
Ein großteil geht bereits wieder zur Schule, oder hat mit einer Ausbildung angefangen.
Also wie gesagt ich genieße momentan die unendliche Freiheit, die Ferien so mit sich bringen…aber sehe ich meine Freundin?
Richtig…Nein.
Tja meistens sehen wir uns Sonntags für ein paar stunden.
Erm?…Ein paar Stunden SONNTAGS?
Warum bieten Arbeitsstellen nicht die möglichkeit eine normal funktionierende Beziehung zu führen?
Sind wir so bequem geworden das uns die schrittweise Vernichtung sämtlicher Freizeit nicht mehr stört.
Ich gehe davon aus, das meine Freundin meine Gedanken (zumindest die Grundgedanken) unterstützt. (Nein, über dieses Thema haben wir noch nicht gesprochen, werden wir aber noch tun.)
Warum muss es so sein das wir nur einmal die Woche die Chance bekommen uns zu sehen. Geht man nicht eine Beziehung ein, um sich fallenlassen zu können? Geborgenheit zu Spüren?
Aber wo bleibt die Geborgenheit, wenn der Partner auf einem weit entfehrnten Bürostuhl seine Arbeitszeit absitzt?
Ja, ich gebe es freimütig zu:
Ich vermisse die Zeiten, an denen ich meine Freundin fast täglich gesehen habe oder zumindest sicher sein konnte, das ich sie innerhalb kürzester zeit treffen konnte.
Aus die Maus…kommt scheiße wenn man aufs Amt rennt:
„Ähm meine Freundin arbeitet hier und ich habe das Bedürfnis sie in meinen Armen zu halten und den Klang ihrer Stimme zu vernehmen…könnten sie Ihr den rest des Tages freigeben?“
Allein der Gedanke daran bringt mich zum Lachen…und zum Weinen natürlich auch.
Kann es sein das ich meinen Kumpel, der immer noch völlig besessen von seiner ex-freundin ist langsam verstehen?
Kann man eigentlich wenn man 2 Jahre lang fast jeden Tag zusammen verbracht hat danach normal weiterleben.
Der Mensch ist ein Gewöhnungstier und aus dieser Routine rauszukommen ist verdammt schwer.
Wie die Tage ohne diese Person gestallten? Wie sich an die neue Freiheit gewöhnen? Und die Wichtigste Frage von allen:
Wenn er ihr immer noch hintterhertrauert, ist das dann noch liebe, oder einfach die Sehnsucht nach diesem geregelten Tagesablauf, in dem man immer wusste was zu tun war – den Partner treffen?
Ich denke das eher letzteres Zutrifft, auch wenn mein Freund mir da aufs heftigste wiedersprechen würde.
Ja anschreien würde er mich, das weis ich, aber ich kann seine verblendung noch verstehen.
Armes Deutschland…der Raum für Zärtlichkeiten fehlt.
Und da wundert es jemaden das die Deutschen keine Kinder mehr bekommen/wollen?
Wenn man sich in seiner Jugend damit abgefunden hat, keine engen Beziehungen mehr einzugehen, da sie mangels Zeit sowieso zerbrechen, dann soll man mit 30 Jahren plötzlich eine Familie gründen..haha das ich nicht lache.
Bürokraten wissen immer alles was in Büchern steht, aber das Leben beobachten sie aus sicherer Entfehrnung hinter einer Glasscheibe stehend.
Und solche Menschen entscheiden mit über unser Schicksal?
Teilweise Menschen die noch niemals richtig gearbeitet ahben und denen schon in der Wiege die erste Rolex geschenkt wurde?
(natürlich gibt es Ausnahmen, aber die bestätigen ja bekanntlich die Regel.)
Vielleicht Denke ich auch einfach zuviel nach, aber ich werde auf keinen Fall diese Eingeschrenkten Kontakt zu meiner LAG so hinnehmen. Ich werde mich wehren und verscuhen etwas daran zu ändern, was alle diejenigen, die etwas stört auch versuchen sollten.
Aber bitte nicht mit gewalt, oder hinterhältigen Bombenattentaten, das macht den anderen Menschen nur das in Urlaub fahren zur Qual.
Ich bitte euch…ist es nötig das Mütter Babymilch aus Flaschen trinken, da es ja flüssigsprengstoff sein könnte.
Ich glaube das sich die Menschheit nun entgültig Ihrem Existenzende entgegenbewegt.
Vielleicht dauert es noch 1000 oder auch 1000000 Jahre, aber dieser Tag wird kommen.
Mit Apokalyptischen Feuer, allerdings nicht von einem Gott geschickt, sondern von den Opfern selbst entwickelt.
In diesem Sinne macht Urlaub im Libanon, bombenstimmung da unten und haltet die Ohren steif.

Anstrengende Träume

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on September 1, 2008 by timserin

Nagende Ungewissheit. 
Seit ich 6 bin kann ich mich an keinen meiner nächtlichen Träume erinnern.
Aber ich MUSS träumen, jeder mensch träumt. Jede Nacht. 
Also warum kann ich mich nicht erinnern? 
Die letzten Träume dich ich noch aus Kindertagen vor Augen habe waren Alpträume. 
Und heute wache ich mitten in der Nacht auf, schweißgebadet und zittrig, vollkommen desorientiert. 
Entflohen aus einer Welt, von der ich nicht weis wie sie aussieht. 
Zurück in die Realität geschleudert, mit fahrigen Fingern nach meinen Zigaretten suchend. 
Ich setze mich auf und zünde das Feuerzeug an, ziehe an der Kippe und inhaliere kräftig. 
„Was war das denn gerade?“ 
Verwirrt sitze ich des Nachts also auf meinem Bett und denke nach. Über mich, meine Psyche, meine Lebenssituation und frage mich, was meine Träume so schrecklich macht, das ich mich nichtmal direkt nach dem Aufwachen daran erinnern kann. Und weis nicht was schlimmer ist, das ich mich nicht erinnern kann, oder das ich froh bin das es so ist. 
Ich öffne meine Augen. Die Sonne scheint.