Nachtrag 14.09.08: Verschobene Moral.

Ein unbefangenes Gespräch unter Freunden.
Ein gemütliches WG-Wohnzimmer, schwelgen in alten Zeiten.
Alkohol und Nikotin, Spaß, Gelächter.
Eine Situation die ich mag wie keine andere. In diesen Situationen bin ich glücklich und ich selber.
Im Kreis guter Freunde, mit denen man schon so einiges erlebt hat.
Konversation wird weitergetrieben.
„Langsam werden alle Sesshaft!“
BANG! Ich höre den Klang diesen Satzes in meinem Kopf nachhallen wie einen Gewehrschuss.
Die Menschen, die sich vor einem halben Jahr noch als die Single-Elite sah, die jeden Tag die härtesten Partys gefeiert haben, die Wochenlang auf engstem Raum neben- und miteinander existiert haben, die nie etwas haben anbrennen lassen, leben nun in anderen WG’s und haben eine feste Beziehung. Drogenpartys und krasse nächtliche Aktionen werden nach und nach abgelöst von Koch- und DVD-Abenden. Über wochen werden einzelne Individuen nicht gesehen. Zumindest nicht in unseren alten, abgerockten Clubs.
Ich lache mit den anderen über die Umstände der neuen Bindungen, darüber das man nie daran gedacht hat das sich diese Person bindet, oder es auch nur in erwägung zieht. Und jetzt das.
Ich lache, doch innerlich schreie ich laut auf.
Danach innere Stille, Kälte kriecht meine Füße hoch und ich mache mir mal wieder meine Gedanken.
Alle binden sich, schalten einen Gang runter, nur ich nicht, ich gebe weiterhin alles, schalte eher noch einen Gang nach oben.
Unsere damals gemeinsamen Werte und Einstellungen werden nach und nach verdrängt, sterben.
Werden zu meinen alleinigen Ideen. Meine Idee von Freiheit und Spaß, die die anderen nicht mehr teilen.
Und ich habe Angst, angst wieder auf der Strecke zu bleiben, den Ausstieg zu verpassen.
Ich will keine Veränderungen, kein Erwachsenwerden und kein Ernst des Lebens.
Was ich will sind immer 5-9 Leute in einer winzigen 2-Zimmer WG, mit Wodka, Joints und sexueller Freizügigkeit. Vorbei, vorbei.
Aber es gibt auch noch Menschen die den alten Pfaden folgen, wenn auch vielleicht nicht aus Überzeugung, so wie ich, sondern weil es sich noch nicht anders ergeben hat. Aber alleine das es so ist tröstet mich, genauso wie das Stöhnen und anschließende Gitarrenspiel aus dem WG Zimmer eines guten Freundes.
Nichtsdestotrotz sind diese Menschen meine Familie, die ich mehr brauche und schätze als mein Elternhaus, deren (damals!) verdreckte WGs ich meinem trauten Einfamilienhaus-Heim jederzeit vorgezogen habe und immernoch tue.
Ab und zu frage ich mich ob diese Menschen wissen wieviel sie mir bedeuten und was sie wohl davon halten.

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5 Antworten to “Nachtrag 14.09.08: Verschobene Moral.”

  1. Für dich würd ich immer spielen, auch wenn ich es Sonntag echt nicht tun wollte, aber … naja dafür war sie ruhig :=))))

    Keine Sorge, bleibst net auf der strecke, so lange ich so krasse bindungsängste habe werden wir halt die einzigen singles bleiben :=)))

  2. asu … ähm love you :=)))

  3. danke dan, das ist mir viel wert!

  4. schnuckel schnuckel ^^ irgendwie vermiss ich dir alte zeit auch aber anderseits birgt auch das was ich grad hab viel schönes aber ich finds toll das dir das soviel bedeutet für mich is das auch immernoch sehr wichtig und ich freu mich definitiv immer darüber dich zu sehn ,und wir werden in zukunft bestimmt immernoch einige male alle nackt aufwachen hehe 😉

  5. ich bitte darum!

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