Archiv für Oktober, 2008

Kopf gegen Herz.

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on Oktober 28, 2008 by timserin

BAM! 
Das Wochenende ist wiedermal vorbei und die Woche beginnt mit einem Schlag, weit unterhalb der Gürtellinie. 
Während meine Gehirnzellen über das Wochenende wiedermal mehr als gelitten haben, hat sich auch zuhause einiges verändert. 
Ich habe etwas verloren. 
Etwas, was mir mehr bedeutet hat als alles andere. 
Etwas, was sich noch in den Kinderschuhen befand. 
Etwas, was mich beschäftigte und ablenkte. 
Und nun brauche ich Ablenkung von dieser Sache, damit mich der Verlust nicht wahnsinnig macht. 
Und erstmalig kann ich die in der Vergangenheit von mir zurückgelassenen vielleicht verstehen. 
Ich war nie der Lieblingsschuh, aber ich war gemütlich, mein Problem das das Orginal wieder lieferbar ist. Man stellt mich zu all den anderen Schuhen, die ihren Dienst getan haben und nun vor sich hin vegetieren, da unser Träger sein Lieblingspaar wieder trägt. 
Ich finde nichtmal die nötigen Worte um zu beschreiben was in mir vorgeht. Weil nichts geklärt ist. Weil mir keiner was erzählt, aber vor allem auch, weil ich nie den Mund aufgemacht habe. 
Ich bleibe auf der Strecke und das nicht zum ersten Mal, auch wenn viele das nicht so sehen. Ich habe rücksichtsvoll gehandelt und es hat mir nichts genützt. 
Aber es stimmt, es kam anderen zugute. Freunden. 
Nie wieder. The old ways always are the best ones. 
Zurück zur Rücksichtslosigkeit. 
Was soll schon passieren? 
„Du verletzt die Gefühle anderer!“ 
Ja, wenn es mir dadurch besser geht als jetzt, dann gerne. 
Und gebrochene Herzen säumen meinen Weg, mir recht, solange mein eigenes nicht dabei ist. 
All die Menschen die mir ihre Moralpredigten gehalten haben, sie alle lagen falsch, sie alle haben sich geirrt. 
Mir ging es vorher besser, bevor ich auf eure Ratschläge gehört habe und ihr? Ihr lebt euer Scheinglück. 
Das Glück, anderen eine Freude zu machen, für andere da zu sein, ihnen bei ihren Problemen zu helfen. 
Das füllt euch aus? Dann bleibt dabei, ich jedenfalls nicht, mir reicht das nicht. Weil wenn man anderen Menschen zum Glück verhilft, bringt einem das garnichts. 
Die Menschen nehmen ihr neues Glück, das Glück bei dem du sie unterstützt hast, mit und lassen dich alleine und ohne einen Anteil zurück. 
Die Hilfebedürftigen sind letzten Endes doch noch egoistischer als ich, also warum denen Helfen, wenn es mir nicht hilft, wenn mir keiner hilft. 
Niemand. 
Nicht das ihr denkt ich wäre nicht hilfsbereit, aber ich sehe es nicht ein, Menschen zu helfen, die sich, sobald sie ihr Ziel erreicht haben oder sich abgelenkt haben, einen Dreck um mich scheren. 
Und nein, ich bin auch nicht undankbar. 
Ich danke den Menschen denen ich mich anvertrauen konnte von ganzem Herzen, danke für die Stunden des zuhörens. 
Doch auch die Menschen die sich meine Probleme angehört haben, haben selbst Probleme, die nunmal vorgehen. 
Ausser mir die Gedankenlast abzunehmen konnten sie nichts tun. Nur ich selbst hätte mir helfen können, bzw. kann mir helfen. Und genau das habe ich aus Rücksicht unterlassen. 
Kranke Welt. Ihr denkt ihr habt den Durchblick, doch ihr kennt die Regeln ja selber nicht. Nicht das ich sie kennen würde, aber ich habe wenigstens die ganze Zeit geschummelt um trotzdem ans Ziel zu kommen, im Gegensatz zu all den anderen, die sich hinter ihrer Nächstenliebe verstecken und an ihren eigenen Problemen elendig verrecken. 
Ohne mich. Ich spiele nicht mehr mit. 
Nicht mehr und nie wieder.

Advertisements

Mixtape #3

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on Oktober 23, 2008 by timserin

Ein Mixtape ist die Inkarnation der Romantik. 
Ich meine was gibt es sinnlicheres als für jemanden eine Kassette (oder heute auch CD) mit den eigenen Lieblingsliedern zu machen und diese zu verschenken? 
Mal im ernst, man verschenkt ja nicht nur den Tonträger mit den darauf gespeicherten Tönen, nein, man verschenkt einen Teil von sich selbst, einen Einblick in seine Gefühle, ein Stück Herzblut. 
Musik ist einer der prägendsten Bereiche meines Lebens, ich höre Musik nicht, ich lebe sie. Und das macht ein von Herzen kommendes Mixtape zu dem ehrlichsten Geschenk meinerseits. 
2 Stück habe ich bin jetzt verschenkt und hier neben mir liegt das 3., von dem ich noch nicht weis ob ich es verschenke. 
Soviel zur heutigen Einleitung… 
Ihr kennt doch bestimmt das Gefühl in einer Zwickmühle zu stecken, einer ausweglosen Situation und ihr wisst nicht was ihr machen könnt um dieser zu entrinnen. 
Es gibt manigfaltige Möglichkeiten zu Handeln, doch jede Entscheidung die man fällen könnte ist eine falsche, weil es eben Situationen gibt in denen es keine richtige Antwort gibt. 
Irgendjemand oder irgendwas wird deswegen notgedrungen auf der Strecke bleiben und allzu oft sind das Situationen in denen es heißt, mein Wohl oder das eines anderen. 
Und glaubt mir, in meiner Vergangenheit habe ich vllt in 2,8% der Entscheidungen für das Wohl anderer entschieden. 
Ich meine ich bin der Mensch den ich am längsten kenne, den ich vllt am meisten mag und der mir auch nach fast 19 Jahren Beziehung noch nicht auf die Nerven geht. 
Doch nun stehe ich wieder mit dem Rücken an der Wand und es heißt „ich oder die anderen“. 
Und so paradox und surreal sich das selbst in meinen Ohren anhört, ich glaube es ist an der Zeit meine Bedürfnisse zurück zu stellen und auch mal auf die Gefühle anderer Menschen Rücksicht zu nehmen. Eine für mich völlig ungewohnte Denkensweise und ich weis noch nicht ob ich sie mag. Aber es gibt manchmal menschen, für die man bereit ist alles zu geben, alles zu tun und seine eigenen Wünsche zu vergessen. 
Danach macht man einfach wieder so weiter wie vorher, nur wird vielleicht die eigene Fassade, die der andere im Laufe der Zeit eingerissen hat zum Teil wieder aufgebaut. 
Und die Mentalität dieser Beziehung wieder ein Stück in den reissenden Fluß der breiten masse hineingezogen. 
Alles ändert sich, nur einige Dinge nunmal leider nie.

Quod erat demonstrandum.

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on Oktober 15, 2008 by timserin

Das Problem mit dem Leben ist, das es ein fortlaufender Prozess ist. Gott hat die „Pause-Taste“ vergessen. 
Also leben wir nun in einem Leben, das wir an geeigneten Stellen nicht einfach anhalten können. 
Dieser Zug hat nur zwei Haltestellen: Start und Endstation. 
Und wie oft habe ich mir schon gewünscht bestimmte Momente ewig währen zu lassen, auch in jüngster Zeit. 
Oder die Zeit wenigstens zurückdrehen, Dinge ändern, nicht die Fehler machen die man gemacht hat. 
Doch beides geht leider nicht und ich sitze hier und schaue meinem Leben beim fortbestehen zu und bin ab und zu wirklich unglücklich darüber, wie die Dinge teilweise gelaufen sind. 
Kontraproduktive und Destruktive Entscheidungen und Handlungen meinerseits, oder durch andere. Und es zerreisst mich innerlich, das einem Momente des Glücks schneller genommen werden als man auch nur versuchen kann sie festzuhalten. Es ist alles einfach nur so schrecklich kompliziert. Einfach ist und war es nie und das ist wirklich schade. Wenn Leben und Entscheidungen treffen einfach wäre, dann liefe momentan einiges anders. Ganz anders. 
Und diese Worte, die sich ständig in meinem Kopf manifestieren, ungesagt, aus Rücksicht, aus Selbstzweifel oder aus reiflicher Überlegung, weil man weis das sie zu nichts führen oder bestimmte Sachen gar zerstören können. 
Also lebe ich weiterhin mit einem Geist voller ungesagter Worte, die mich langsam aber sicher wahnsinnig machen, weil ich sie einfach nicht loswerde bzw. nicht loswerden kann. 
Was also tun? 
Ich suche nach einem Patentrezept, das es nicht gibt. 
Zumindest rede ich mir das ein, vielleicht gibt es ja Menschen die das alles auf die Reihe bekommen, aber ich denke nicht viel darüber nach. Macht mich nur neidisch. 
Und nun fliessen Teile dieser Worte aus meinem Hirn. 
Unaufhaltsam. Durch meinen Arm und die Tastatur in diese virtuelle Realität. Meine Perlen vor die Säue. 
Wenigstens wissen diese sie ab und an auch zu schätzen, im Gegensatz zu einigen der Menschen in meiner direkten Umgebung. 
Melancholie macht einer wachsenden Wut gegenüber den anderen, aber vor allem meiner eigenen Unfähigkeit breit. 
Oder Wut gegenüber dem Idioten der die Verdammte Pause Funktion an meinem Leben vergessen hat. 
Vielleicht liegt das auch an mir. 
Mein Leben war bisher mit einer kleinen Wohnung zu vergleichen, auf deren Tür 3 große Buchstaben standen: 
E-G-O 
und für mehr war da auch kein Platz. Nicht das ich die Buchstaben abgenommen hätte, ich habe lediglich ein kleines bisschen platz geschaffen in der Wohnung, das andere mitbenutzen könnten. 
Wenn die denn wollten, wollen sie leider nur in den seltensten Fällen. Und dabei ist das echt ne coole Wohnung, aufregend Gestaltet und immer findet man was neues, nur stecken viele Menschen einfach viel zu tief in ihren bideren Normen um für meine Überraschungen aufgeschlossen zu sein. 

Schade, traurig und irgendwie ziemlich typisch.

Infantiles Verhalten grassiert zunehmends

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on Oktober 12, 2008 by timserin

Es ist doch einfach grauenvoll, das es immer wieder humanes Inventar in Ehrenfeld gibt, welches den Kinderschuhen einfach nie entwachsen wird. 
Ich meine was soll dieses infantile Verhalten welches ihr zeitweise an den Tag legt? 
Ich wäre echt glücklicher, wenn einige Leute ihre zwischenmenschlichen, affektierten und oberflächlichen Probleme, gepaart mit Selbstverachtung und Autoaggression nicht ständig auf mich projizieren würden. 
Ich bin nicht schuld an einem eventuellen Kommunikationsproblem zwischen zwei Fronten. Und ich bin es leid zwischen eben jenen zu stehen. 
Aber in gewisser Weise fühle ich mich nun ein Stück weit noch elitärer, wenn ich sehe wie sich manch 5 Jahre ältere Person so verhält, ob unter Alkoholeinfluss oder nicht. 
Wir werden sehen wohin das so führt. 
Schade war einfach nur, das ein Abend, der sehr schön angefangen hat, in einem absoluten Fiasko geendet hat. 
Aber ich bin froh nochmal mit bestimmten Personen unterwegs gewesen zu sein, aber umsomehr bin ich von anderen mehr als enttäuscht. 
In mehr als einer Hinsicht.

Zwischenmenschliche Verwicklungen

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on Oktober 11, 2008 by timserin

Es ist sehr selten. 
Vor allem bei mir. 
Ich weis nicht warum ich mir so viele Gedanken mache. 
Aber ich glaube ich habe jemanden gefunden der noch mehr nachdenkt wie ich. Und bekanntermaßen kann Denken einiges kaputt machen. 
Ich sage ja nicht das man naiv und blauäugig durch die Welt laufen soll, das ist definitiv auch ein Fehler, aber zu viel Realismus kann eben auch jenen dünnen Schleier von Zauber und Illusion nehmen, den man eventuell über eine ausschweifende Freundschaft gelegt hat. 
Allerdings denke ich nicht das es niemals gelingt diesen Zauber trotzdem zu wahren, warum sollte es auch misslingen. 
Man muss einfach nur weitermachen und den ganzen nebensächlichen Scheiß hinter sich lassen. 
Der Augenblick zählt und alles Vergangene und das meiste noch Kommende zählt nicht oder nicht mehr. 
Am Nullpunkt angelangt leben wir jeden Tag wie unseren letzten. 
Oder den ersten, je nachdem wie es euch besser gefällt. 
Trotzdem, Gedankenfragmente, einmal zu einem noch so löchrigen Bild zusammengesetzt lassen nun einmal das Gesammtbild zumindest erahnen. An dem Punkt beginnen die Komplikationen. Aber ich bin voller Hoffnung, das sich jenes Bild mit genug Rauschmitteln und lauter Musik wieder soweit demontieren lässt, das ein unbeschwertes Weitermachen keinerlei Problem darstellen sollte. 
Im Idealfall. 
Die Kehrseite der Medaille bilden viele lange Gespräche, die nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen, ein abdriften in Oberflächlichkeit und ein entfernen zweier Seelen, die eng nebeneinander gehören. 
Das gilt es absolut zu vermeiden.

Urlaubsfazit: Nordsee mit der Familie kann Spaß machen

Posted in Der ganz normale Wahnsinn with tags , , on Oktober 7, 2008 by timserin

Eigentlich hatte ich ja garkeine Lust auf die ganze Sache.
Ich meine wer fährt schon gerne als 18 Jähriger Partygänger mit seiner gesammten Familie (das schließt sämmtliche Onkel&Tanten, Cousins&Cousinen und die übrig gebliebene Oma mit ein) an die Nordsee?
Nichtmal mein gleichaltriger Stiefbruder konnte sich dazu durchringen mitzukommen, was im Klartext soviel hieß wie: Ich alleine in meinem alter, der nächst Ältere 40 Jahre und die nächst jüngere 10 Jahre alt.
Abfuck! Meine Erzeugerfraktion sah diesen Punkt allerdings auch als kritisch und bot mir an eine Person meiner Wahl mitzunehmen.
Gute Idee, nur die Umsetzung war nicht ganz so einfach wie man vielleicht zunächst einmal annimmt.
Der Kreis von Freiwilligen, die mit mir und meiner Familie 4 Tage an die Nordsee kommen wollten, war relativ klein um nicht zu sagen winzig, und das obwohl Kost und Logis zu lasten meiner Eltern fallen würden.
Und die Personen die gesagt haben sie kämen mit, sagten dann noch ab.
Verzweiflung und Missmut, sind noch humane Ausdrucksweisen für meinen Gemütszustand.
Bis ein heller Lichtstrahl durch die grauen Wolken meines emotionalen Firmaments brach.
Die Person, die momentan das größte Maß meiner Aufmerksamkeit genießt, was heißt das sie auch zentraler Punkt meiner sozial-gesellschaftlichen Kontakte bildet, bekundete Interesse.
Nach ein paar wenigen kurzen Gesprächen stand es fest, das sie mich auf meiner Odyssee begleiten würde.
Donnerstag sollte die Reise losgehen, doch aufgrund beidseitiger Langeweile traf man sich schon Mittwoch Abend zum Gemeinsamen Fernsehgenuß und entspannter Unterredung, was allerdings in einem der spaßigsten Abende seit langem endete, da sich meine Begleitung spontan mit meinen Wodka resten und dem von ihr mitgebrachten Bier dermaßen betrank, das sie nichtmehr aufhören konnte zu lachen und in meinem Zimmer über gepackte Taschen gesolpert ist und sich also ganz gepflegt auf eben erwähnte Taschen abgelegt hat.
Meine Gedankengänge pendelten zwischen: „Das werden die lustigsten 4 Tage meines Lebens“ und „Hoffentlich überlebt die bis morgen!“
Aber am nächsten morgen wachten wir beide mehr oder weniger fit auf und trafen letzte Vorbereitungen.
Dann ging es los, immer Richtung Norden, die Luft roch nach Fernweh und Abenteuer und die Stimmung war gut. Die Fahrt wurde mit dem Verzehr von selbstgemachten Käsebroten ihrerseits und dem rauchen mehrerer Zigaretten meinerseits, sowie dem Vorlesen von Kurzgeschichten verbracht.
Endlich angekommen bot sich uns der Anblick eines alten Bauernhauses, das mit dem Ausdruck „schön“ verspottet würde. Die Ferienwohnung war traumhaft und unser Quartier schnell bezogen.
Ich werde nicht näher auf die Aktivitäten in den 4 Tagen eingehen, ich finde es reicht langsam.
Erwähnenswert ist allerdings noch eine Disskussion über mehrere Stunden und Flaschen Bier, zwischen meinem Stiefvater, meinem ältesten Onkel und mir. Bis tief in die Nacht wurden weltbewegende Themen gewälzt, die schließlich in eine lautstarke religiös-gesellschaftliche Disskussion endete, zu lasten der anderen längst schlafen gegangenen Mitbewohnern.
Größtes Higlight war der Abend an dem „Der Soldat James Ryan“ im privaten Fernsehen kam, einer der schönsten Abende seit langem.
Dafür und für alles andere: Danke!

Letzter Aufruf:
„Inwieweit hat Religion euer Meinung nach zu der hohen gesellschaftlichen Entwicklung der Menschheit beigetragen?“

Theorien bitte als Kommentar unter den Eintrag!