Archiv für November, 2008

a long journey

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on November 28, 2008 by timserin

Wiedermal in einem Zug. Wiedermal auf dem Weg in eine weit entfernte Stadt.
Und mit jeder Meile die der Zug sich vorwärts bewegt, weg von Zuhause, fühle ich mich heimischer. Nicht das es mir zuhause nicht gefiele, aber ich bin nicht besonders gerne über längere Zeit an dem selben Ort. Die Frankfurter Skyline verschwindet langsam in der Schwärze der Nacht und ich lehne mich gemütlich in den bequemen Sitz dieses ICEs.
Manchmal frage ich mich nach dem Grund für meine stete Unrast. Meine innere Unruhe.
Was ist es, das ein Gefühl von Wohlbehagen in mir auslöst, wenn ich in einer fremden Stadt das Bahnhofsgebäude verlasse und die ersten Sinneseindrücke der Metropole auf mich wirken lasse.
Spannung durchflutet mich. Neugier, auf alles was diese neue Stadt mir wohl zu bieten hat. Die Häuser, die Menschen darin und deren Geschichte.
Ein Reisender, der nach immer neuen Anekdoten von Menschen die ihm unterwegs begegnen.
Und dabei geht es mir nicht nur um die neue Umgebung und die fremden Menschen.Schon das Gefühl einfach Unterwegs zu sein, weckt tiefe Behaglichkeit in mir.Ein ruheloser Geist, der schon viel gesehen hat, aber einfach nicht genug bekommen kann.Wahrscheinlich ergibt all mein Handeln irgendwann einen Sinn. Irgendwann werden ich verstehen warum ich mich selber ständig dazu treibe durch die Welt zu reisen.Ein Großteil der Befriedigung in mir rührt sicherlich davon, dass ich den Problemen die sich an einem Ort angesammelt haben für einige Zeit entrinnen kann und da ich zuhause nun doch noch die meiste Zeit verbringe, ist die Erleichterung von dort weg zu kommen am größten.Oft sind meine Ausflüge in die Ferne begleitet von wilden Party Exzessen und der ein oder anderen wirklich Spannenden Begebenheit.Ich recke die Nase in den Wind und es riecht nach Abenteuer.Die Landschaft neben mir zieht mit wahrscheinlich über 250 Stundenkilometern an mir vorbei und mich ergreift zum ersten mal seit langer Zeit eine tiefe innere Ruhe. Trotz des Unbekannten das folgt, trotz der Neugier, hier habe ich massig Zeit, Zeit um mir meine Gedanken zu machen.Und die mache ich mir, wahrscheinlich intensiver und klarer als irgendwo sonst.Manche meiner Probleme erscheinen auf einer Reise einfach nur noch lächerlich klein.Nichtig, bis ich am Ende des Wochenendes wieder in den gewohnten Trott des Alltages zurückfalle und mich der Trostlosigkeit meines heimatlichen Zimmers ergebe. Mir drängen sich Fragen auf.Wie lange soll und kann das noch so weitergehen, wann hat die Haltlosigkeit endlich ein Ende und was wird aus den Menschen, die ich auf meinen Reisen treffe. Was noch viel wichtiger ist, was wird aus den Menschen, die ich immer und immer wieder hinter mir zuhause zurücklasse.Alle meine Wochenenden verplane ich dreifach, muss mich schließlich für eine Option entscheiden, doch woher weis ich, welche die Richtige ist. Wenn ich dorthin fahre, werde ich woanders das Ereignis des Jahres verpassen und umgekehrt?Panische Angst davor, etwas zu verpassen. Sie begleitet mich schon mein Leben lang.Damals als kleines Kind konnte ich nichtmal auf den längsten und ereignislosesten Reisen auch nur eine Minute schlafen. In jeder verschlafenen Minute konnte etwas passieren und das hat sich bis heute nicht geändert.Geht es anderen Menschen genauso? Freunden sie sich irgendwann mit ihrem Alltag an und nehmen ihr Leben hin, oder sind sie auch auf der Suche, so wie ich. Auf einer Suche, von der ich nicht weis wohin sie mich führen wird.Ich weis ja nichtmal wonach genau ich suche und ob ich es erkenne wenn ich es gefunden habe.Vielleicht ist der Weg ja doch das Ziel.Natürlich hat auch dieser Form der Freizeitgestaltung große Nachteile. Egal wie viele Menschen man trifft, was man erlebt und wohin die Reise führt. Letzten Endes ist man ständig alleine. Und doch nie wirklich. Bunt geht es zu auf den Straßen der Welt, laut und hastig. Doch im Grunde interessiert sich niemand für mehr als das was er gerade sieht. Und ich frage mich, wie viele Menschen ich noch treffen werde, die ihre Geschichten, ihre Leben so bereitwillig vor mir ausbreiten werden wie bisher. Wahrscheinlich noch einige, denn auch wenn es vielleicht nur wenige Minuten oder Stunden sind, so genießen sie in dieser Zeit doch meine volle Aufmerksamkeit. Nicht wie sonst, wenn die Menschen nur darauf warten, das sie an der Reihe sind mit Reden.

Dum spiro spero.

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on November 17, 2008 by timserin

Nun, nach langen Gesprächen, nach Abenden voller Selbstreflektion und voller guter Ratschläge versinke ich wieder zurück in einen Zustand stillen vor mich hinbrütens.
Alles in mir sträubt sich beharrlich gegen das weitere Nachdenken, will einfach nichtmehr, aber, etwas anderes bleibt mir ja nun nicht mehr übrig.
Es war wiedermal eine Situation, wie aus einer Satire.
Eine Nachricht, die das ganze Konstrukt meiner Person in sich selbst zusammenstürzen lässt, so beiläufig vom Stapel gelassen wie ein einfaches: „Schönes Wetter, oder?“
Und ich legte meine Maske auf, wiedermal, hundertfach geübt, ohne das jemand etwas gemerkt hätte, ohne das sie sahen wie tief mich diese Neuigkeit getroffen hat.
Und ich frage mich selbst warum eigentlich. Im Prinzip wusste ich es. Ich wusste es von Anfang an.
Aber ich wollte es einfach nicht wahr haben. Zu absurd die ganze Geschichte in ihrer Gesamtheit, aber doch unausweichlich. 
Wie so oft verfluche ich mich für meine Untätigkeit, dafür nichts getan zu haben, nicht die initiative ergriffen zu haben, einfach nur alles mit stummer Ohnmacht hingenommen zu haben. Zu ängstlich gewesen zu sein, zu schwach.
Und nun muss ich mir nach dieser Selbstfindungsphase die eigene Schizophrenie vor Augen führen.
Den Disput mit meinem anderen ich suchen und mir selbst klar machen, als welcher von beiden ich mich eigentlich  selbst definiere.
Als der Tim, der sich über jede Kleinigkeit tagelang den Kopf zerbricht, alle für- und widers abwägt, der gerne lange Gespräche führt, gute Musik hört, für Freunde da ist und Freunde hat die für ihn da sind, oder den Tim der immer nur aus ist, sich betrinkt, Party feiert mit vielen Leuten, unmoralische Angebote nicht ausschlägt und immer mehr vereinsamt. So absurd es auch klingt, ich bin mir noch nicht sicher.
Denn letztere Alternative ist bequem, aufregend und immer sehr spontan – Eigenschaften die ich sehr schätze. Alternative eins hingegen lenkt das Leben wieder in geregeltere – aber auch langweiligere – Bahnen zurück. Nur eins weis ich hundertprozentig: Nie wieder werde ich die Menschen die ich mit Stolz und Recht meine besten Freunde nenne, für flüchtige Feier-Bekanntschaften vernachlässigen.
Ich wandere gedankenverloren durch die Zimmer dieses Hauses, als ich vor dem großen Spiegel im Flur stehenbleibe, ich drehe mich um und blicke in dieses Gesicht, ein Gesicht das wohl mal meines gewesen ist. Nun allerdings glühen mich 2 eingefallene Augen boshaft an und im Schatten der dunklen Ränder unter ihnen scheinen sie aufzuglühen.
Mir fällt auf das ich mich nach und nach immer mehr selbst verliere. Ich versuche zu lächeln, doch das Gesicht im Spiegel grinst mich nur hämisch an und ein irres Lachen dringt durch meine Kehle.
Wie weit wird das noch gehen?

Unterm Strich.

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on November 14, 2008 by timserin

Wisst ihr, ein Bierglas zu leeren ist eine tolle Analogie zum Wesen zwischenmenschlicher Beziehungen.
Man kauft es, nimmt es mit an seinen Tisch und genießt es eine Zeit lang.
Die ersten paar Schlucke sind erfrischend und belebend, die nächsten sind angenehm und die danach werden schon ein bisschen schal und prickeln nicht mehr so.
Deine Geschmacksknospen verlieren die Lust.
Du kippst den Rest runter, bringst das leere Glas weg und holst dir ein neues.

Diese Theorie erklärt die Ereignisse der letzten Zeit nicht, aber es macht sie leichter zu verarbeiten.
Was soll ich noch sagen, ich werde meine Empfindungen unter Tonnen von Alkohol und Nikotin vergraben, im Kreise guter Freunde und mit lauter Musik im Ohr.
Nur völlig ignorieren kann ich die klaffende Wunde in meinem Innersten nicht. Nicht so schnell.
Wer weis schon was die Zukunft bringt, ich mit Sicherheit nicht, ich weis ja meistens nicht einmal  wo ich bin wenn ich am Wochenende aufwache. Ich bin immer in Gesellschaft von vielen Menschen unterwegs, nie alleine und doch immer einsam. Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke das auch ich einfach nach dem einen Menschen suche. Es ist wie in der Indischen Schöpfungstheorie, Gott hat den Menschen als vollkommenes Wesen, im Einklang mit sich selbst geschaffen. Doch entzürnte die Götter, das der Mensch lieber einfach glücklich lebte, als ihnen zu huldigen. So rissen sie jeden Menschen in 2 Teile, sodass er fortan dazu verdammt war, seine 2. Hälfte zu suchen. Den Menschen, der Teil von unserem Körper und unserer Seele ist, mit dem wir zu dem „Tier mit 2 Rücken“ verschmelzen können. Jetzt die Frage, gibt es unter umständen mehrerer solcher Menschen auf der Welt, oder tatsächlich nur einen.
Sollte letzteres der Fall sein, habe ich wahrscheinlich ein Problem. Ich schreibe „wahrscheinlich“ weil nichts wirklich sicher ist im Leben. Ausser der Tod natürlich.

“An der Wirklichkeit ersticken
und in Träumen zu ertrinken.
Beides hat sich gleich
und ich seh das Zweifelmonster winken.

Und seine Schwester, die Angst
zerrt und reißt an meinen Beinen.

Die Hoffnung stirbt am Schluss
und die Liebe dann allein.“

Und nun blicke ich einem weiteren Wochenende voller vielversprechender Aktivitäten, aber eines ist anders, denn ich glaube das dieses Wochenende wirklich schön wird. Heute Abend Party bei einer der besten Menschen die es gibt und morgen einen feinen ruhigen Abend mit Wein und Schallplatten.
So hoffe ich die düsteren Gedanken wenigstens Zeitweise aus meinen Hirnwindungen zu bannen.
Für ein paar schöne, warme Stunden im Kreis der Menschen, die ich viel zu lange vernachlässigt habe, nur um Hirngespinsten meiner selbst nach zu jagen.

Soundtrack des Moments: Farin Urlaub – Niemals

Ich wünsch mir, dass ich dich vergessen kann
Ich würd dich gerne einfach ignorieren
Ich bin mir sicherm irgendwann
Wird das auch einfach über Nacht passieren
Bis dahin wird einige Zeit vergehn
Bis dahin muss ich noch geduldig warten
Ich werd versuchen, dich nicht anzusehn
Weil meine Blicke mich verraten

Doch mir ist klar, dass da niemals etwas sein wird
Weil da niemals etwas war

Vielleicht liegts daran, dass ich zu oft allein bin
Als ich klein war?
Oder das mein Vater gemein war?
Nein, das soll keine Verteidigung sein
Ich wüsst nur selber gern, woran es eigentlich liegt
Dass ich auf Wolken geh, wenn ich dich seh
Mein Kopf ist jwd und es tut mir weh
Dass du nicht weißt, wie es in mir aussieht
Ich lege dir mein Herz zu Füßen
Was soll ich noch damit?
Bitte tritt es nicht kaputt
Es litt bereits genug

Mir ist klar, dass da niemals etwas sein wird
Weil da niemals etwas war

Du sagst, du willst nichts von mir
Ich träume trotzdem von dir
Was ich nicht habe, kann ich auch nciht verlieren
Du sagst, es hat keinen Sinn
Wenn wir zwei was beginnen
Zu spät, denn ich steck mittendrin

Die Zeit vergeht langsam, es vergeht kein Tag
An dem ich nicht an dich denke
Mit jedem Herzschlag
Es vergeht kein Tag, es vergeht keine Stunde
Ich denk jetzt an dich, jetzt, in dieser Sekunde
Und immer und ständig bei Tag und bei Nacht
Was ist bloß mit mir los
Was hast du mit mir gemacht?

Mir ist klar, dass da niemals etwas sein wird
Weil da niemals etwas war

La chair est triste, hélas, et j´ai lu tous les livres.

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on November 9, 2008 by timserin

Das hier sollte eigentlich ein heiterer Blogeintrag über meine Klassenfahrt nach Hamburg werden, doch größere Ereignisse überschatten die Fröhlichkeit der letzten Tage.
Gesagt sei an dieser Stelle nur so viel, das es mir so gut gefiel, dass ich mich momentan nach freien Stellen als Fotograf in Hamburg umschaue.
Nun (wiedermal) zu meinem momentanen Gefühlszustand. Es ist der Fall eingetreten, den ich am meisten von allen anderen gefürchtet habe. Und ich kann einfach nichts dagegen tun. Ich bin mit allen meinen Weisheiten am ende und scheitere wiedermal an einer Kraft von der ich schon so viel gehört habe, die mir so viele Steine in den Weg gelegt hat, die mich schon oft zur Verzweiflung trieb und die mich bis auf ein einziges Mal nie ergriff. Vor allen Dingen aber eine Kraft, die ich nie verstanden habe und die ich wahrscheinlich so schnell auch nicht verstehen werde.
Ich spreche (natürlich) von der Liebe. Liebe, das war (und ist) für mich immer ein sehr abstraktes Wort gewesen, das ich oft auch viel zu leichtfertig benutzt habe. Doch das eigentliche Drama ist nicht die Liebe, sondern Liebende, Menschen, die ihr verfallen sind. Und jegliche Form rationalen und logischen Denkens ablegen. Ich kann mit dieser Form der Naivität einfach nicht umgehen.
Verliebte Menschen werfen leichtfertig Dinge weg, die sie vielleicht doch bitter benötigen.
Ihre Freiheit, ihre Träume, ihre Persönlichkeit, ihre Bedürfnisse und zu guter letzt Freundschaften.
Ich mag mich irren, aber Freundschaft ist für mich eine wesentlich konstantere Größe als Liebe.
Und selbst wenn die Liebe mal 15 oder gar 20 Jahre überdauert stehen dahinter Freunde die man eben schon seit 35 Jahren kennt und die werden auch noch da sein wenn die Flamme der Liebe mal verloschen ist. Oder halt eben auch nicht, weil sie kaltherzig und vorschnell in die Wüste geschickt wurden.
Und eben genau das ist die beste Metapher für mein Seelenleben zur Zeit.
Emotionale Wüste, unendlich kalte Weiten, karge Einöde.
Nicht, das diese Beschreibungen ungewöhnlich für meine Person wären, nur gab es in letzter Zeit Hoffnungsschimmer, Regen, der auf trostloses Gelände fiel und die jahrelang schlummernden Samen zum wachsen brachte. Und nun, wie ich zugeben muss nicht ganz unerwartet, hat jemand die oberste Schicht dieser fruchtbaren Erde weggerissen, ein riesiges Dach gebaut das den Regen abhält und die zurück gelassene brache Landschaft mit Säure verätzt um auf lange Zeit jegliches Leben unmöglich zu machen.
Ich weis einfach nichtmehr weiter.
Geschlagene 15 Minuten stand der letzte Satz da. Ich weis nicht nur nicht mehr weiter, ich weis noch nicht einmal was ich schreiben soll. Ich bin so dermaßen enttäuscht, traurig und hoffnungslos, das ich jeglichen Antrieb verloren habe. Ich verstehe das alles einfach nicht, ich kann diese Gedankengänge und Entscheidungen, dieses ganze Verhalten einfach nicht nachvollziehen. Und ich halte wiedermal her. Als Ablenkung, als Spielzeug, als Begleiter in die böse, dunkle Unterwelt, um den Hauch des Verbotenen zu schnuppern. Und ich stehe da wie der letzte Idiot. Ich weis nicht was ich auf die Fragen der anderen Antworten soll, warum man uns nichtmehr zusammen sieht. Und ich bin einfach ruhig. Weil mir durchaus am Glück des anderen gelegen ist, auch wenn man das oft nicht glaubt. Im Gegensatz zu manch anderen. Sie heucheln Mitgefühl und Anteilnahme und in Wahrheit treffen sie einfach Entscheidungen, die einige lange Gespräche in deren Vorfeld nötig gemacht hätten. Letztendlich, egal was sie auch sagen, ohne Skrupel.
Ich habe wiedermal einen Schlag kassiert, von dem ich mich wahrscheinlich lange Zeit nicht erholen werde. Wiedermal sind jegliche Versuche meinerseits, aus meinem Leben auszubrechen, im Keim erstickt worden. Und es ist okay. Man verleugnet Freundschaften. Und es ist okay. Man tritt mich mit Füßen. Und es ist okay. Man spielt mit mir, wie die Katze mit der Maus bevor sie sie frisst. Und es ist okay. Man schickt mich 4 Wochen in den Südseeurlaub um mich danach in die schwärze der Isolationshaft zu werfen. Und es ist okay. Weil ich immer schon der Arsch für alle war und nun auch weis das ich das auch weiterhin bleiben werde. Ich bin es immer der auf der Strecke bleibt, der zurückgelassen und aufgegeben wird, für Ideale, für die Rückkehr zur Normalität oder für den idealen Partner. Mit Vertröstungen und gutem zureden. Ich bin ja stark, ich steck das weg, mir macht so etwas ja nichts aus.
Und doch fühlt es sich gerade an, als hätte man mir mein Herz mit einem stumpfen, rostigen Messer grob herausgeschnitten. Und keinen kümmert es, keiner kommt auch nur auf die Idee das etwas nicht stimmt.
Wie auch, ich gehe feiern, ich betrinke mich, ich bin der Typ der immer an der Bar steht und lustig ist. Und ihr seid alle blind, desinteressiert und taub für die Probleme anderer. Nein entschuldigung, das stimmt so nicht ganz, für die Probleme anderer Menschen habt ihr Zeit und Kraft übrig ohne ende, nur für meine halt nicht. Also gebe ich meine Stimmungen öffentlich hier preis, und gehe das Risiko ein, einmal mehr als hoffnungslose Witzfigur zu gelten. Und das ganze wahrscheinlich auch noch zu Recht. Ich weis einfach nichtmehr wem ich mich noch anvertrauen soll und wer überhaupt noch Wert darauf legt. Ich weis nicht was ich machen soll oder wie ich mit der Situation fertig werden soll. Wahrscheinlich werde ich sie in Unmengen von Alkohol und anderen Lastern ertränken, verschütten. Und das so lange bis die Dreckschicht darüber so dick ist, das selbst ich nichtmehr herankomme. Dann ist wiedermal ein Problem erfolgreich verdrängt, meine Emotionen weiter abgestumpft, meine Fähigkeit anderen Menschen zu vertrauen wieder vermindert und vor allem meine Fähigkeit zu lieben wiedermal kurz und klein geschlagen, nur gelöst ist wiedermal garnichts. Irgendwie habe ich es aber auch nicht anders verdient. Ich hätte es früher wissen müssen und im Prinzip habe ich es vorher gewusst. Und ich bin trotzdem offenen Auges in mein Verderben gerannt. Ich hab mich aus dem kaputten Morast der Straße mal wieder in Bereiche vorangewagt, derer ich einfach nicht würdig bin, in die ich nicht hereinpasse und in welchen man mich auch garnicht haben will, wie ich wiedermal auf schmerzliche Art und Weise feststellen musste. Und doch bin ich in keinster Weise überrascht. Man hat es mir ja gesagt und ich habe nicht hören wollen. Nun muss ich mit meiner persönlichen Form der Naivität zurechtkommen.

Und keiner Bereut seine Taten, ich schon, ich bereue jeden Tag und jede Nacht.

 

Soundtrack des Momentes: Farin Urlaub – OK

 

„Absolut nichts ist in Ordnung
Absolut nichts ist Ok
Verkneif dir jegliches Mitleid,
Und spar die jedes Klischee!

Ja, es geht mir beschissen,
Ja, es ist wegen Dir!
Doch davon willst du nichts wissen,
Sonst wärst du sicherlich hier – bei mir.

Ich hasse Dich!
Ich hasse Dich!
Ich hasse Dich!
Ich hasse Dich!

Absolut nichts ist mehr heilig
Absolut nichts steht noch fest
Ich hätte niemals erwartet,
Das du mich einfach verlässt.

Ich hasse meine Gefühle
Und meine Hilflosigkeit
Aber ich bin mir ganz sicher,
Das geht vorbei mit der Zeit – mit der Zeit.

Am Morgen geht die Sonne auf
Und ich hasse Dich!
Die Welt nimmt weiter ihren Lauf
Und ich hasse Dich!
Menschen gehen von A nach B
Und ich hasse Dich!
Im Winter fällt ein bisschen Schnee

Manchmal wünsch‘ ich mir, ich wäre tot
Keine Gefühle – kein Problem
Das klingt nach ’nem verlockenden Angebot
Aber ich werd’s überleben
Und mit Glück – bleibt nur eine Narbe zurück.“