Unterm Strich.

Wisst ihr, ein Bierglas zu leeren ist eine tolle Analogie zum Wesen zwischenmenschlicher Beziehungen.
Man kauft es, nimmt es mit an seinen Tisch und genießt es eine Zeit lang.
Die ersten paar Schlucke sind erfrischend und belebend, die nächsten sind angenehm und die danach werden schon ein bisschen schal und prickeln nicht mehr so.
Deine Geschmacksknospen verlieren die Lust.
Du kippst den Rest runter, bringst das leere Glas weg und holst dir ein neues.

Diese Theorie erklärt die Ereignisse der letzten Zeit nicht, aber es macht sie leichter zu verarbeiten.
Was soll ich noch sagen, ich werde meine Empfindungen unter Tonnen von Alkohol und Nikotin vergraben, im Kreise guter Freunde und mit lauter Musik im Ohr.
Nur völlig ignorieren kann ich die klaffende Wunde in meinem Innersten nicht. Nicht so schnell.
Wer weis schon was die Zukunft bringt, ich mit Sicherheit nicht, ich weis ja meistens nicht einmal  wo ich bin wenn ich am Wochenende aufwache. Ich bin immer in Gesellschaft von vielen Menschen unterwegs, nie alleine und doch immer einsam. Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke das auch ich einfach nach dem einen Menschen suche. Es ist wie in der Indischen Schöpfungstheorie, Gott hat den Menschen als vollkommenes Wesen, im Einklang mit sich selbst geschaffen. Doch entzürnte die Götter, das der Mensch lieber einfach glücklich lebte, als ihnen zu huldigen. So rissen sie jeden Menschen in 2 Teile, sodass er fortan dazu verdammt war, seine 2. Hälfte zu suchen. Den Menschen, der Teil von unserem Körper und unserer Seele ist, mit dem wir zu dem „Tier mit 2 Rücken“ verschmelzen können. Jetzt die Frage, gibt es unter umständen mehrerer solcher Menschen auf der Welt, oder tatsächlich nur einen.
Sollte letzteres der Fall sein, habe ich wahrscheinlich ein Problem. Ich schreibe „wahrscheinlich“ weil nichts wirklich sicher ist im Leben. Ausser der Tod natürlich.

“An der Wirklichkeit ersticken
und in Träumen zu ertrinken.
Beides hat sich gleich
und ich seh das Zweifelmonster winken.

Und seine Schwester, die Angst
zerrt und reißt an meinen Beinen.

Die Hoffnung stirbt am Schluss
und die Liebe dann allein.“

Und nun blicke ich einem weiteren Wochenende voller vielversprechender Aktivitäten, aber eines ist anders, denn ich glaube das dieses Wochenende wirklich schön wird. Heute Abend Party bei einer der besten Menschen die es gibt und morgen einen feinen ruhigen Abend mit Wein und Schallplatten.
So hoffe ich die düsteren Gedanken wenigstens Zeitweise aus meinen Hirnwindungen zu bannen.
Für ein paar schöne, warme Stunden im Kreis der Menschen, die ich viel zu lange vernachlässigt habe, nur um Hirngespinsten meiner selbst nach zu jagen.

Soundtrack des Moments: Farin Urlaub – Niemals

Ich wünsch mir, dass ich dich vergessen kann
Ich würd dich gerne einfach ignorieren
Ich bin mir sicherm irgendwann
Wird das auch einfach über Nacht passieren
Bis dahin wird einige Zeit vergehn
Bis dahin muss ich noch geduldig warten
Ich werd versuchen, dich nicht anzusehn
Weil meine Blicke mich verraten

Doch mir ist klar, dass da niemals etwas sein wird
Weil da niemals etwas war

Vielleicht liegts daran, dass ich zu oft allein bin
Als ich klein war?
Oder das mein Vater gemein war?
Nein, das soll keine Verteidigung sein
Ich wüsst nur selber gern, woran es eigentlich liegt
Dass ich auf Wolken geh, wenn ich dich seh
Mein Kopf ist jwd und es tut mir weh
Dass du nicht weißt, wie es in mir aussieht
Ich lege dir mein Herz zu Füßen
Was soll ich noch damit?
Bitte tritt es nicht kaputt
Es litt bereits genug

Mir ist klar, dass da niemals etwas sein wird
Weil da niemals etwas war

Du sagst, du willst nichts von mir
Ich träume trotzdem von dir
Was ich nicht habe, kann ich auch nciht verlieren
Du sagst, es hat keinen Sinn
Wenn wir zwei was beginnen
Zu spät, denn ich steck mittendrin

Die Zeit vergeht langsam, es vergeht kein Tag
An dem ich nicht an dich denke
Mit jedem Herzschlag
Es vergeht kein Tag, es vergeht keine Stunde
Ich denk jetzt an dich, jetzt, in dieser Sekunde
Und immer und ständig bei Tag und bei Nacht
Was ist bloß mit mir los
Was hast du mit mir gemacht?

Mir ist klar, dass da niemals etwas sein wird
Weil da niemals etwas war

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8 Antworten to “Unterm Strich.”

  1. Tim, wir kennen uns noch nicht lang und ich wage es nicht zu behaupten, dass ich wüsste wie es dir geht, oder dass ich genau weis wovon du sprichst.
    Aber ich kann sehr gut nachvollziehen, wie du dich fühlst und teilweise treffen deine Aussagen auch auf mich zu. Mir geht es nicht genauso, aber doch sehr ähnlich momentan.
    Ein Leidensgenosse mehr in dieser Welt.
    Ich kann dir auch sagen, dass ich immer ein offenes Ohr habe, aber ich weis selbst genau, dass man nicht jedem mal seine Probleme einfach auf den Tisch legen kann, besonders wenn man mit der Person nicht vertraut ist.

  2. Ich weiß nicht genau wie du dich fühlst, und auch nicht genau was in deinem Kopf vorgeht, aber wer kann das schon! Trotzdem weiß ich, wie weh das tut, was du im Moment durchlebst. Es ist einfach das, was jeder Mensch durchmachen muss, der eine öfters der andere seltener. Der eine heftiger, der andere weniger heftig. Es bringt einen scheißdreck sich zu sagen „Es geht vorbei“ Weil keiner liebt für die Zukunft und hat damit auch den Schmerz für die Zukunft, du merkst es jetzt! Ich finde nur einfach deine Worte helfen zu verstehen. Wenn man so etwas liest fällt es einem einfacher die Situation als vergänglich anzusehen! Ich schätze dich wirklich. Auch wenn die Zeit die wir an dem Tag verbracht haben, ich hab wirklich für die Minuten in denen wir so viel gelacht haben vergessen was ich sonst noch so für Dinge im Kopf hab! Tim, du bist ein toller Junge. Ich bin für dich da, wenn du jemanden brauchst der sich Zeit zum zuhören nimmt!

  3. Irgendwie bringen mich deine Texte generell zum nachdenken,deswegen bin ich so ein begeisterter leser von dir

    Ich werde jetzt ganz ehrlich zu dir sein, so ehrlich wie ich nur sein kann.
    ich lese deine texte mit gemischten gefühlen. obwohl ich nicht dasselbe durchlebe wie du, so fühle ich mich doch magisch durch deine worte angezogen. neugierde überkommt mich, denn du zeichnest in deinem blog ein selbstportrait von dir an dem ich teilhaben kann, das wichtige für mich daraus ziehen kann. ich beginne mir so viele gedanken zu machen.
    fange an an meiner person, meinem leben und meinen denkweisen zu zweifeln. fühle mich durchgeschüttelt von deiner schonungslosen wahrheit. ich verliere den verstand und den glauben daran, dass mein leben richtig verläuft. ich lasse mich von dir aus der bahn werfen, immer wieder…letztendlich von einem fremden. „Warum?“ ist die frage, die sich da aufdrängt.

    ich stelle mir immer wieder die frage wie mich etwas virtuelles so berühren und fesseln kann. wie ein mensch den ich zweimal für 5min gesehen habe und der in keiner weise den eindruck gemacht hatte als würde er mich auch nur annähernd zur kenntnis nehmen, mich so in den bann ziehen kann und eine faszination in mir auslösen kann die sich mit meinem leben nicht vereinbaren lässt.
    Ich wünschte ich könnte den wahren Tim kennen. Nicht den Tim.Tasic von MySpace, der sich der ganzen Welt öffnet. Sondern den Tim Serin, der ein Mensch ist wie jeder andere und doch für mich tausend mal mehr von interesse ist.

    Was ich da tue, ist falsch. Ich weiß dass ich mir damit ins eigene Fleisch schneide, aber diese Ehrlichkeit musste mal sein. Ich kann nicht verstehen was du aus mir machst, welchen Einfluss du tatsächlich auf mein Leben ausüben kannst obwohl wir uns doch so fremd sind….

  4. Hm.
    Wieder enorm präzise formuliert. Die Bierglasgeschichte ist gut.
    Ohja Wein und Platten bis wir zwei sterben.
    Du wirst sehen.
    Uuuund ist das FU Lied vom neuen Album?
    Muss ja enorm gut sein,
    alle lieben es.

  5. muriaticum Says:

    Muss jetzt diesen Kommentar hier lassen, da ich aufgrund deiner Texte gern wiederfinden möchte und zu doof bin, dies Blog zu abonnieren.

  6. Oh ja ich hoffe das wochenende hat dir gezeigt das du nie mals allein sein wirst bist doch mein schatz und Lukas ja jetzt auch!!!!

  7. ich mal wieder... Says:

    nunja das mit dem bierglas kenne ich… aber was, wenn man es einfach nicht austrinkt, sondern neu aufschüttet bevor der schale rest übrig bleibt?

    hm und vielleicht liest du ja auch irgendwann mal eva maria zurhorst…

  8. hast du ein bierglas mal aufgefüllt, bevor es ganz leer war?
    UNd dann getrunken?
    ich kanns dir nicht empfehlen.
    schmeckt scheiße.

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