Dum spiro spero.

Nun, nach langen Gesprächen, nach Abenden voller Selbstreflektion und voller guter Ratschläge versinke ich wieder zurück in einen Zustand stillen vor mich hinbrütens.
Alles in mir sträubt sich beharrlich gegen das weitere Nachdenken, will einfach nichtmehr, aber, etwas anderes bleibt mir ja nun nicht mehr übrig.
Es war wiedermal eine Situation, wie aus einer Satire.
Eine Nachricht, die das ganze Konstrukt meiner Person in sich selbst zusammenstürzen lässt, so beiläufig vom Stapel gelassen wie ein einfaches: „Schönes Wetter, oder?“
Und ich legte meine Maske auf, wiedermal, hundertfach geübt, ohne das jemand etwas gemerkt hätte, ohne das sie sahen wie tief mich diese Neuigkeit getroffen hat.
Und ich frage mich selbst warum eigentlich. Im Prinzip wusste ich es. Ich wusste es von Anfang an.
Aber ich wollte es einfach nicht wahr haben. Zu absurd die ganze Geschichte in ihrer Gesamtheit, aber doch unausweichlich. 
Wie so oft verfluche ich mich für meine Untätigkeit, dafür nichts getan zu haben, nicht die initiative ergriffen zu haben, einfach nur alles mit stummer Ohnmacht hingenommen zu haben. Zu ängstlich gewesen zu sein, zu schwach.
Und nun muss ich mir nach dieser Selbstfindungsphase die eigene Schizophrenie vor Augen führen.
Den Disput mit meinem anderen ich suchen und mir selbst klar machen, als welcher von beiden ich mich eigentlich  selbst definiere.
Als der Tim, der sich über jede Kleinigkeit tagelang den Kopf zerbricht, alle für- und widers abwägt, der gerne lange Gespräche führt, gute Musik hört, für Freunde da ist und Freunde hat die für ihn da sind, oder den Tim der immer nur aus ist, sich betrinkt, Party feiert mit vielen Leuten, unmoralische Angebote nicht ausschlägt und immer mehr vereinsamt. So absurd es auch klingt, ich bin mir noch nicht sicher.
Denn letztere Alternative ist bequem, aufregend und immer sehr spontan – Eigenschaften die ich sehr schätze. Alternative eins hingegen lenkt das Leben wieder in geregeltere – aber auch langweiligere – Bahnen zurück. Nur eins weis ich hundertprozentig: Nie wieder werde ich die Menschen die ich mit Stolz und Recht meine besten Freunde nenne, für flüchtige Feier-Bekanntschaften vernachlässigen.
Ich wandere gedankenverloren durch die Zimmer dieses Hauses, als ich vor dem großen Spiegel im Flur stehenbleibe, ich drehe mich um und blicke in dieses Gesicht, ein Gesicht das wohl mal meines gewesen ist. Nun allerdings glühen mich 2 eingefallene Augen boshaft an und im Schatten der dunklen Ränder unter ihnen scheinen sie aufzuglühen.
Mir fällt auf das ich mich nach und nach immer mehr selbst verliere. Ich versuche zu lächeln, doch das Gesicht im Spiegel grinst mich nur hämisch an und ein irres Lachen dringt durch meine Kehle.
Wie weit wird das noch gehen?

Advertisements

3 Antworten to “Dum spiro spero.”

  1. Ich denke du musst das Geschehene endlich hinter dir lassen. Kopf zerbrechen bringt da eh nichts mehr. Du hast, wie du selbst erwähnt hast, scheinbar einfach den Einsatz verpasst…doch die Dinge sind weiter ihren Lauf gegangen. Sowas passiert eben. No need to worry!
    Versuchs doch mal mit einer Mischung deiner 2 „Doppelleben“ , die sich ja scheinbar nicht mit einander vereinbaren lassen.
    Und zu guter Letzt : Nosce te ipsum!

  2. Hey!
    wo bleibt der Blog vom WE. war geil!
    lieb dich

  3. Tim ich schätze dich als menschen sehr.toller text wie immer
    deine gedanken in worte fassen kannst du besser als jeder andere mensch

    aber ändern wird sich nichts

    dennoch dum spiro spero
    (solange ich atme hoffe ich)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: