Archiv für Dezember, 2008

Kaffe, Kippe, Sinnkriese.

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on Dezember 29, 2008 by timserin

Augen auf, der Kopf wehrt sich vergebens gegen diesen hämmernden Schmerz, der hinter beiden Schläfen pocht. Ich stehe im Badezimmer. Naja, nicht in meinem, also stehe ich in einem Badezimmer. Es ist bitterkalt und ein frösteln klettert meine nackten Beine hinauf. Das helle Tageslicht blendet und ich kneife meine Augen fest zusammen. In der entstandenen Dunkelheit flirren die Bilder der letzten Nacht wie ein unscharf aufgenommener Film vorbei.Tanzende Schatten die ab und zu verzerrt aus Nebel und Zigarettendunst auftauchen, Menschen, Gesichter, mit verschmierten Konturen und verwischter Struktur. Angeekelt wende ich meinen Blick wiedermeiner Umgebung zu.
Bloß nicht mit den Schatten der vergangenen Nacht herumschlagen, diese Schose nicht noch einmal durchleben, nur an etwas anderes denken, nur an was? An Morgen? Nein, auch nicht an morgen, denn von morgen weis ich noch weniger als von gestern und mit behagen erfüllt mich das nicht. Also an das jetzt un hier, jenen zweifelhaften Zustand zwischen gerade mit albtraumhaftem Kater aufgewacht, nach Klamotten, Kippen, Alkohol oder eventueller weiblicher Begleitung gesucht und der Frage wo und mit wem man sich später am Tag noch abschießen kann. Leben auf der Überholspur, die man so schnell nicht mehr verlässt. Zum einen, weil auf den gemütlicheren Fahrstreifen der Verkehr zu dicht ist, zum anderen aber auch weil ungestört Gas geben zu können ein verdammt noch mal geiles Gefühl ist. Ich werde immer euphorischer und spüre die Kälte des steril wirkenden Raumes kaum noch.
Unter anderen Umständen könnte ich gut noch ein wenig Zeit damit verbringen, hier zu stehen und über meinen Lebensstil und -standart nachzudenken, aber wer weiß wer hier noch so alles auf die Toilette muss, bin ja wahrscheinlich nicht alleine hier, wo immer ich auch genau bin.
„Kaffee ist fertig!“
Aha es sind tatsächlich andere Menschen anwesend hier und sie haben Kaffee gekocht. Hatte echt schon schlechtere Starts in den Tag.
Ich ziehe mich soweit an, wie mir die bruchtückhafte Ausstattung meiner Kleidung erlaubt und krame gedankenverloren nach meinen Zigaretten.
Im rausgehen werfe ich noch schnell einen kurzen Blick in den hier hängenden Spiegel und die Spuren, die die letzte Zeit auf meinem Körper hinterlassen hat. Aus dem benachbarten Raum riecht es nach Kaffee.
Ich hatte echt schon schlechtere Starts.

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Like a bird without a song.

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on Dezember 25, 2008 by timserin

Die größte Angst eines, nennen wir es mal Schriftstellers, ist die Angst vor dem weißen Blatt Papier, in meinem Fall der weiße Hintergrund meines Computerbildschirmes.
Ich kann sicher nicht für die Allgemeinheit sprechen, aber bei mir wird das geschriebene Wort stark durch meine Gefühle beeinflusst und genau da liegt momentan das Problem. Seit meinem Absturz in dieses Emotionale Tief habe ich mich gefühlsmäßig auf der Leiter kaum nach oben bewegt. Ok, ich muss zugeben das es Lichtblicke gab, die eine steigende Tendenz meiner aktuellen Lage mutmaßen lassen, allerdings dauern diese nie wirklich lange an.
Nun gehe ich vor die Tür und zünde mir eine Zigarette an. Unwillkürlich erschaudere ich beim Anblick der leeren, grauen Straßen.
Ich ziehe den Reißverschluss meiner Jacke ganz zu und beginne zu laufen. Eigentlich weis ich längst das ich von hier weg muss. Am besten so weit wie möglich und sosehr ich das auch will, kann ich doch nicht. Nicht so lange es noch Dinge gibt, die geklärt werden müssen und von denen ich weis das sie wahrscheinlich  nie beendet werden.
Ich fühle mich einsam und das ist ein neues, unangenehmes Gefühl. Anders als alleine. Allein habe ich mich schon oft gefühlt, das ist ein gutes Gefühl, frei und unabhängig. Einsam spielt in einer ganz anderen Liga und langsam fällt mir auf, das es nichts bringt sich an Menschen zu hängen und mit diesen ununterbrochen Party zu machen, so gut sich das für den Augenblick auch anfühlt.  
Ich frage mich wie lange das alles noch so weitergehen soll und fürchte mich vor der Antwort. Meine tristen, grauen Augen spiegeln sich in den Weihnachtlich geschmückten Schaufenstern und ich wende mich angewidert ab. Ich hasse Weihnachten.
Jaja, ich weis „Fest der Liebe“, selten einen so guten Witz gehört. Zumindest in letzter Zeit.
Also tue ich als wenn nichts wäre und führe mein Möchtegern Rockstarleben weiter, taumel von einem verkoksten VIP Bereich in den nächsten, nehme alles mit was geht, verausgabe mich und fühle mich weiterhin leer. Ausgehöhlt, als Schattenhaftes Abbild meiner Selbst.
Oh boy you´ve pass the exit – ja ich weis.
Meine Kreativität liegt mit Füßen getreten am Boden – lass liegen, tritt sich fest und meine Selbstbeherrschung baumelt am Strang hormoneller Wut.
Könnte ich die Zeit nur zurück drehen, alles ungeschehen machen. Das Ereignis vermeiden, welches mir nun seit 2 Monaten die Lebensfreude nimmt und mich in das Abseits des Vergessens drängt.
Ich ziehe mein Ego an und lasse mein eigentliches Ich im Schrank. Ich kann mir Verletzlichkeit nicht leisten. Nicht mehr und vielleicht nie wieder. Je mehr ich mich selber wieder erkenne, desto fremder bin ich meiner Umwelt. Ich verändere mich, doch nicht im evolutionären Sinn, sondern diesem Vorgang entgegenwirkend. Eine Rückentwicklung zu meinem eigenen Selbst und es bringt mir gar nichts, ausser der Gewissheit, mit diesem Leben nicht ansatzweise so gut zurecht zu kommen wie ich immer dachte. Auch wenn sich die Wunden langsam schließen, bleiben doch Narben zurück, Narben auf einer ohnehin schon geschundenen Seele.
Wozu Geschenke machen, wenn sie nicht gewürdigt werden? Ich behalte mal wieder alles für mich und merke das meine Staumauer Risse bekommt, der Zusammenbruch steht wieder kurz bevor und vielleicht kommt er ja mit einem großen Knall am Ende des Jahres. Wäre doch äusserst passend.
Groß auffallen würde es nicht, dafür ist mein Schauspiel mitlerweile zu gut. Nur bei einem tiefen Blick in meine müden Augen würde die Prüfung nicht standhalten, aber dafür nimmt sich heute niemand mehr die Zeit. Überall wird man von kurzen, schnellen Seitenblicken taxiert, die sich in sekundenschnelle ein Bild von dir machen, ohne das du den geringsten Einfluss darauf nehmen könntest und ehrlich gesagt habe ich das Interesse daran auch verloren. Ich lebe lieber im Kreis der Freunde die ich habe und pflege meine soziopatischen Störungen. Wenn ich sonst keinem Leid tue, dann wenigstens mir selber.
Mit diesem Gedanken im Kopf, einer Träne im Auge und einem lächeln auf den Lippen schlafe ich ein.
Eigentlich die richtige Stimmung für eine Schlaftabletten und Rotwein Party.
Vielleicht nächstes Jahr.

Kreativitätsstau.

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on Dezember 24, 2008 by timserin

someone should paint my soul red like the fucking hellfire . Ich brenne . Ich weis nicht wohin mit meiner Energie . Ich beeinflusse und maipuliere die Menschen in meiner Umgebung . Ich liebe . Ich hasse . Ich stürze mich in Alkoholrausch, feiere wilde Parties und verstecke meine Augen hinter einem Schleier aus Zigarettenrauch . Ich sterbe für meine Freunde . Meine Feinde sterben für mich . Ich werde begehrt . Ich bin verloren . Orientierungslos . Imaginäre Glasssplitter in meinem Kopf . Zereissen mir die Sinne und Gedanken . Ihr alle seit Figuren in meinem Theaterstück, doch längst schon habe ich keinen Einfluss mehr auf die Handlung . Beobachte Einzelschicksale . Fetischiere abgefuckte Menschen . Lebe im Dreck . Großstadtschatten als Abbild in diesem unschuldigen Dorfjungen . Ewig auf der Suche, doch nie gewillt etwas zu finden . Unabhängig aber Unfrei . Wohin soll das führen? . Erwartungsfroh und doch abgeschreckter Blick nach vorn . Zukunft? . Kenne ich nicht . Lebe im hier . Versuche das beste draus zu machen . Falle hin . Stehe auf . Missverstanden . Als anführer der Vergessenen . Ein Mensch wie alle anderen und trotzdem anders .