Like a bird without a song.

Die größte Angst eines, nennen wir es mal Schriftstellers, ist die Angst vor dem weißen Blatt Papier, in meinem Fall der weiße Hintergrund meines Computerbildschirmes.
Ich kann sicher nicht für die Allgemeinheit sprechen, aber bei mir wird das geschriebene Wort stark durch meine Gefühle beeinflusst und genau da liegt momentan das Problem. Seit meinem Absturz in dieses Emotionale Tief habe ich mich gefühlsmäßig auf der Leiter kaum nach oben bewegt. Ok, ich muss zugeben das es Lichtblicke gab, die eine steigende Tendenz meiner aktuellen Lage mutmaßen lassen, allerdings dauern diese nie wirklich lange an.
Nun gehe ich vor die Tür und zünde mir eine Zigarette an. Unwillkürlich erschaudere ich beim Anblick der leeren, grauen Straßen.
Ich ziehe den Reißverschluss meiner Jacke ganz zu und beginne zu laufen. Eigentlich weis ich längst das ich von hier weg muss. Am besten so weit wie möglich und sosehr ich das auch will, kann ich doch nicht. Nicht so lange es noch Dinge gibt, die geklärt werden müssen und von denen ich weis das sie wahrscheinlich  nie beendet werden.
Ich fühle mich einsam und das ist ein neues, unangenehmes Gefühl. Anders als alleine. Allein habe ich mich schon oft gefühlt, das ist ein gutes Gefühl, frei und unabhängig. Einsam spielt in einer ganz anderen Liga und langsam fällt mir auf, das es nichts bringt sich an Menschen zu hängen und mit diesen ununterbrochen Party zu machen, so gut sich das für den Augenblick auch anfühlt.  
Ich frage mich wie lange das alles noch so weitergehen soll und fürchte mich vor der Antwort. Meine tristen, grauen Augen spiegeln sich in den Weihnachtlich geschmückten Schaufenstern und ich wende mich angewidert ab. Ich hasse Weihnachten.
Jaja, ich weis „Fest der Liebe“, selten einen so guten Witz gehört. Zumindest in letzter Zeit.
Also tue ich als wenn nichts wäre und führe mein Möchtegern Rockstarleben weiter, taumel von einem verkoksten VIP Bereich in den nächsten, nehme alles mit was geht, verausgabe mich und fühle mich weiterhin leer. Ausgehöhlt, als Schattenhaftes Abbild meiner Selbst.
Oh boy you´ve pass the exit – ja ich weis.
Meine Kreativität liegt mit Füßen getreten am Boden – lass liegen, tritt sich fest und meine Selbstbeherrschung baumelt am Strang hormoneller Wut.
Könnte ich die Zeit nur zurück drehen, alles ungeschehen machen. Das Ereignis vermeiden, welches mir nun seit 2 Monaten die Lebensfreude nimmt und mich in das Abseits des Vergessens drängt.
Ich ziehe mein Ego an und lasse mein eigentliches Ich im Schrank. Ich kann mir Verletzlichkeit nicht leisten. Nicht mehr und vielleicht nie wieder. Je mehr ich mich selber wieder erkenne, desto fremder bin ich meiner Umwelt. Ich verändere mich, doch nicht im evolutionären Sinn, sondern diesem Vorgang entgegenwirkend. Eine Rückentwicklung zu meinem eigenen Selbst und es bringt mir gar nichts, ausser der Gewissheit, mit diesem Leben nicht ansatzweise so gut zurecht zu kommen wie ich immer dachte. Auch wenn sich die Wunden langsam schließen, bleiben doch Narben zurück, Narben auf einer ohnehin schon geschundenen Seele.
Wozu Geschenke machen, wenn sie nicht gewürdigt werden? Ich behalte mal wieder alles für mich und merke das meine Staumauer Risse bekommt, der Zusammenbruch steht wieder kurz bevor und vielleicht kommt er ja mit einem großen Knall am Ende des Jahres. Wäre doch äusserst passend.
Groß auffallen würde es nicht, dafür ist mein Schauspiel mitlerweile zu gut. Nur bei einem tiefen Blick in meine müden Augen würde die Prüfung nicht standhalten, aber dafür nimmt sich heute niemand mehr die Zeit. Überall wird man von kurzen, schnellen Seitenblicken taxiert, die sich in sekundenschnelle ein Bild von dir machen, ohne das du den geringsten Einfluss darauf nehmen könntest und ehrlich gesagt habe ich das Interesse daran auch verloren. Ich lebe lieber im Kreis der Freunde die ich habe und pflege meine soziopatischen Störungen. Wenn ich sonst keinem Leid tue, dann wenigstens mir selber.
Mit diesem Gedanken im Kopf, einer Träne im Auge und einem lächeln auf den Lippen schlafe ich ein.
Eigentlich die richtige Stimmung für eine Schlaftabletten und Rotwein Party.
Vielleicht nächstes Jahr.

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21 Antworten to “Like a bird without a song.”

  1. Wahre Worte, meine Meinung mein Freund!

    Weihnachtszeit ist eigentlich die beschissenste und einsamste Zeit im Jahr. Ich freu mich auf den Frühling!

  2. Es ist echt traurig zu wissen, dass es noch Leute gibt, die sich genau so fühlen wie ich…

    Aber ich mag das was du schreibst. 🙂

  3. Odi et amo. Quare id faciam, fortasse requiris. Nescio, sed fieri sentio et excrucior. Vielleicht fragst du, warum ich das tue:
    Ich weiß es nicht, aber ich fühle,
    daß es geschieht und ich quäle mich.

    Sollte es eine Zeitlosigkeit (ob anthropozentrisch oder nicht) in der Lyrik geben so zeigt sie sich in Zitaten wie diesem vom römischen Dichter Catullus.

    Von den Wirren der Kognition. Der Negation, der Relativierung der Negation und der (selbst)Negierung des Relativismus. Sich selbst im Kreis drehen. Ein Leben in der Passivität. Selbstverurteilt zum kathegorischen Konjunktiv. ich stecke zwichen der Angst vor der Beliebigkeit und der Angst vor der Dogmatik.

    Der moderne Mensch (einer westlichen Zivilisation), ein Spielball seiner Ängste. Ängste und Begierden, suggerierter Begierden. Vielleicht blind durch den Unwillen zu verstehen vielleicht blind durch den Versuch zu begreifen.

    Wenn ich durch „weihnachtliche“ Straßen gehe sehe ich eine Gesellschaft die sich mental im freien Fall befindet. Man kann sich nach einem Aufprall sehnen aber immer wenn man glaubt das Maß sei erreicht kommt eine neue Stimme aus dem Radio und/oder Televisionsapparat und man weiß der verdammte Trip geht weiter. Leuchtreklame kündigt die aktuellsten Heiligkeiten an. Eine für jeden Adventstag hunderttausende für jede Shoppingtour. Albert Einstein sagte einmal: „Zwei Dinge sind unendlich das Universum und die menschliche Dummheit. Doch beim Universum bin ich mir nicht so sicher.“

    Frohe Weihnachten!

  4. Oooooooh ja.
    Oh ja.

    Mehr kann ich dazu nicht sagen,
    weil ich dann Gefühle äußern müsste,
    und das geht mit gegen den Strich.

    Aber sehr treffend.

  5. du schreibst worte aneinander gereiht, welche deine gefühle gedanken offenbaren. was du falsch gemacht hast, wie dich was quält, was du vermisst doch sei ehrlich mit dir selbst wenn man dir eine hand anbieten würde, würdest du sie wirklich annehmen? hm… flutsch bist du wieder weg, um dich abzulenken und nimmst dir nicht die zeit die hand näher anzusehn. mein lieber kleiner tim ich reiche dir nicht eine hand sondern meinen arm. das weißt du. drück dich ganz fest schnucki 🙂

    ps nimm dir mehr zeit für den augenblick um zu erkennen.

  6. minusgrad mädchen. Says:

    ich würd gern mal in deinen augen lesen.

  7. @ minusgrad mädchen:
    meine augen stehen dir offen, dir und jedem der sich die zeit nehmen kann.

  8. großstadtkind Says:

    meinst du nicht, dass der wahre, wirkliche tim ein viel liebens- und bewundernswerterer mensch ist, als den, den du dir in der zeit zusammen gestückelt hast?
    fassaden bröckeln schnell, aber leise. das einzige was bleibt, ist staub.

  9. Ich will so viel erzählen können.

    Ich laufe langsam durch kleine Straßen und bin auf der Suche nach dem Augenblick, der Leben heißt. Ich will das fassen, was unfassbar ist. ich will das halten, was unhaltbar ist.

    Mit langen Fingern greife ich in die Luft, reiße ein paar Sekunden heraus und stopfe sie in meine grüne Tasche. Es ist nie genug, es ist nie genug.

    Ich lebe, um davon zu erzählen. Ich lache an Sonnentagen und weine in der Dunkelheit. Ich stehe an Fenstern, rauche auf Parkbänken und ziehe den Rauch in meine Lungen. Leben, so viel und so gierig wie möglich. Ich bin glücklich, einige Sekunden lang.

    Ich reiße ein Loch in das Blau des Himmels und verzweifle an meinem Ziel. Ich will das haben, von dem alle reden. Ich will Bier trinken und Exfreunde vermissen. Ich will den Coffee to go am Bahnhof, morgens um halb acht, wenn gerade die Sonne aufgeht. Ich will Kinderlachen, will weg, will hier sein, dort, überall. Ich will alles und alles sofort. Ich stopfe meine grüne Tasche voll mit Dingen ohne Bindung. Alles mischt sich, bleibt ohne Bedeutung. Die Momente und Augenblicke klappern und rascheln und lassen mich nachts nicht schlafen.

    Ich werde sie wegwerfen müssen. Es muss anders gehen, irgendwie.
    Ich hoffe noch.

  10. ThisIsNotAMovie Says:

    „Ich kann sicher nicht für die Allgemeinheit sprechen, aber bei mir wird das geschriebene Wort stark durch meine Gefühle beeinflusst und genau da liegt momentan das Problem.“

    Ich habe ein Problem mit diesem Satz. Jeder Geschriebene Satz von einem Menschen, der öffentlich, unter anderem an andere Menschen gerichtet, etwas schreibt, schreibt von seinem Gefühlen und von ebendiesen beeinflusst.
    Das geht gar nicht anders, warum störst du dich daran? Der restliche Text beschreibt die Phasen, die ein jeder Mensch mal hat, ich selber kenne diese nur zu gut.
    Auch wenns platt klingt und nicht wie das schleimige „Ooooh, das kenne ich auch“ oder ein absolut sinnfreier Kommentar einer Person die wohl möglichst gebildet klingen mag: Auch das geht weg, du überwindest das, du bist nicht der erste und nicht der letzte.

  11. dein vaddÖrn Says:

    Also du solltest wirklich deine Rechtschreibung überdenken.

  12. nun, ist es der ganz normale Wahnsinn! was ist eigentlich noch normal? ist es normal das eine Person die viele versaden hat, die schönsten ständig versteckt, weil sie Angst hat die verletzlichkeit zu zeigen und das diese dann Missbraucht wird? In deinen wunderbaren Texten die sehr stark zu mir passen, beschreibst du deinen Gefühlszustand aber du schiebst deine Wunderbare Seite in den Hintergrund. Lass nicht die anderen deine Seite entdecken, sondern entdeck zuerst selber dein wirkliches ich und wie du sein möchtest. Denk mal drüber nach das viele andere vielleicht auch Angst haben deine andere Seite zu suchen oder ihre zu zeigen. Ich gebe mit diesem Text unter anderem Anna recht, ich denke du hast schon oft eine Hand angeboten bekommen doch sie vielleicht nicht erkannt oder zu schnell abgewiesen ohne den wahren Hintergrund zu kennen.

  13. NORMAL, das sind nur die anderen. Viele wollen normal sein und keiner schafft es. Normal ist, wenn die Sonne scheint, der Regen weint, der Wind an den Bäumen rüttelt und der Mensch lebt, das ist normal. Normal ist der, der tut, was „man“ tut.

  14. Genau das ist meiner Meinung nach nicht ’normal‘ wenn sich jede Person der anderen anpasst. Wieso kann nicht jede Person sich so verhalten wie sie möchte, wieso können wir nicht einfach laut schreien wenn uns grad danach ist? Öffentlich weinen wenn wir traurig sind? Wir lassen uns in unserer Persönlickeit unterdrücken und somit sind wir nicht mehr wir selbst, nicht mehr normal sondern verstellt. Es gibt glaub ich keine definition für ’normal‘ bei Menschen, weil jeder ist anders ist und es gibt keinen Standart…
    oder?

  15. im prinzip richtig.
    die disskussion ist schwierig, da „normal“ ein völlig subjektiver begriff ist.
    jeder definiert seine „normalität“ anders.
    aber ich bin maßlos begeistert, das solche dispute entstehen.

  16. richtig. aber wieso gibt es Personen die sich anpassen wollen. Wieso sind sie nicht für ihre Verhältnisse ’normal‘? Diese Leute fühlen sich doch nicht wohl wenn sie sich ständig in eine andere persönlichkeit zwängen, die ihnen nicht passt. Ich versteh die Welt nicht mehr und denk dann wieder viel zu viel nach, wieso manche Menschen so sind wie sie eigentlich nicht sein wollen sondern sich so verhalten wie es von ihnen verlangt wird…

  17. hauptschüler 12 Says:

    und wieso kann tim serin keinen grammatikalisch richtigen text schreiben?

  18. Hauptschüler 12: du beschwärst dich das Tim keinen gramatikalisch richtigen Text geschrieben hat aber selber bekommst du keinen korrekten Satz hin! Du solltest vielleicht erstmal vor deiner eigenen Haustür kehren bevor du bei anderen versuchst auzuräumen!
    Aber sorry ich vergass, dein Name sagt ja schon alles..

  19. hauptschüler 12 Says:

    es heißt: beschwerst, grammatikalisch, aufzuräumen, vergas.

    außerdem ist mir das wort versaden unbekannt, vielleicht meintest du facetten? 😉

  20. ich denke die rechtschreibung spielt hier überhaupt keine rolle, alles was zählt ist die aussage und die kommt auch mit kleinen grammatischen und rethorischen fehlern noch gut genug rüber.

    ausserdem beschwerst du dich auch nicht, wenn dein lieblingskünster sido seinen track „so is es“ anstatt „so isT es“ nennt, oder?

  21. friedrichtorberg Says:

    Aber wenn man einmal das Andere weiß,
    dann hat man die Wahl nicht mehr,
    den Weg der Meisten zu gehen.
    Der Weg der meisten ist leicht,
    unserer ist schwer.

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