Archiv für Januar, 2011

Sturz der Metapher in den Appell

Posted in Der ganz normale Wahnsinn on Januar 10, 2011 by timserin

Ich liebe dich.
3 Worte, die in Zeiten der Reizüberflutung durch Medien, Filme, Musik, etc. einiges Ihres ürsprünglichen Wertes verloren haben. Die Meg Ryans und Leonardo DiCaprios dieser Welt machen es vor und die breite Masse folgt, ohne langes überlegen. Was sind schon Worte denken die einen, es sind schließlich die Handlungen die Zählen und nicht die Worte. Worte sind Schall und Rauch sagen sie.
Für viele allerdings, sind Worte mehr als das, für mich zum Beispiel.
Worte sind meine einzige Möglichkeit klar und deutlich mit meiner Aussenwelt zu kommunizieren, denn meine Handlungen und mein Gebähren, so weiß ich auch Erfahrung werden häufig missinterpretiert und rufen oft nicht den gewünschten Effekt hervor, oder das genaue Gegenteil des selbigen.
Ausserdem gibt es noch viele andere Dinge, die das verlassen auf die Handlungen eines Menschen unmöglich machen, zB. ein Mangel an Zeit, diese zu beobachten. In solchen Fällen muss man sich auf das Gesagte verlassen, oder halt eben auch nicht, das ist ja letztendlich jedem selbst überlassen, aber ich finde, das viele aufrichtig gemeinten Worte als trivial abgetan werden.
Zu unrecht.
Stellen wir uns folgende Situation vor:
(Ich weiß, das ich eine ähnliche Situation bereits beschrieben habe, allerdings ist dieser Umstand so breit interpretierbar, dass ich wahrscheinlich noch den ein oder anderen weiteren Eintrag darüber verfassen werde. Ausserdem geht es diesmal auch noch um etwas ähnliches in der Thematik, allerdings mit einem völlig anderen Ergebnis. Also weiter.)
Ein Mann und eine Frau, wegen mir auch eine Frau und eine Frau oder ein Mann und ein Mann, das ist für die Aussage völlig unerheblich, lernen sich beim Tanzen kennen. In einem Club. Vielleicht auch bei nem Drink in einer Bar.
Nach Stunden der Konversation manifestiert sich in beiden Personen der Wunsch, diese Nacht auch zusammen ausklingen und vielleicht sogar den nächsten Tag gemeinsam anbrachen zu lassen. Sie fahren also gemeinsam in die Wohnung einer der Beiden.
Nun sitzen sie also da, im hintergrund läuft eine LP von Cat Stevens oder vllt Genesis, eine Flasche Rotwein wurde geöffnet und durch den sich kräuselnden Rauch unzähliger Zigaretten und/oder Joints, sieht man durchs Fenster, wie die morgendliche Sonne die ersten zartrosa Streifen auf das Himmelszelt zeichnet.
Während der Gespräche kommen sich unsere Protagonisten unweigerlich näher und irgendwann tauschen sie Worte gegen Küsse. Zaghafte und zärtliche erst, jedoch immer fordernder und leidenschaftlicher.
Die Intention liegt klar auf der Hand und es kommt wie es kommen muss.
(Da es in dieser Anekdote nicht um den Sex geht, werde ich diese Stelle nun überspringen und direkt danach wieder ansetzen. Ebenso wäre die Moral auch ohne den Sex ausgekommen, aber da ich Sex ziemlich mag, gönne ich ebendiesen auch meinen beiden Figuren. Wer jetzt enttäuscht ist, schreibt mir einfach kurz ne Mail, Schmuddelgeschichten oberster Güteklasse schreibe ich auf persönlichen Wunsch gegen geringes Finanzaufkommen eurerseits)
Also, eng aneinander geschmiegt liegen unsere Zwei Akteure nun im Bett, Wein wurde bereits nachgeschenkt und auch die obligatorische Zigarette danach von einem der beiden, demjenigen der noch etwas Tabak übrig hatte, fachmännisch gedreht und angezündet worden.
Stellt euch das Bildlich vor, schlüpft in die Rolle einer der beiden Personen.
Sollte jetzt einer der beiden, in berücksichtigung aller Details, dem schönen Abend, der guten Gespräche, der Musik, dem Wein und vielleicht der ein oder anderen Marihuanazigarette, das Bedürfnis haben, dem Gegenüber verständlich zu machen wie er in dieser Situation fühlt, warum sollte er dann nicht jene magischen 3 Worte benutzen?
Ich denke das „Ich liebe dich“ auf diese spezielle Situation beschränkt, eine durch und durch aufrichtig gewählte Ausdrucksweise ist, auch wenn sie am nächsten Tag oder vielleicht schon wenige Stunden später ihre Gültigkeit verliert.
Ich finde man sollte sich diese Dinge öfter sagen, auch wenn es keinem höheren Zweck dient, den gerade als Mitbürger einer Millionenmetropole hört man so etwas doch eher selten. Nicht das ich euch nahelegen will zu allem und jedem eure Liebe auszudrücken, mitnichten! Aber wenn ihr es fühlt, dann sagt es, denn es zieht niemand negative Konsequenzen daraus.
Ausser vielleicht eurem Dealer, da ihr vielleicht mal eine Weile mit dem körpereigenen Serotonin auskommt.