Veritas

Der Spiegel lügt. Er zeigt mir nicht mehr mein wahres Gesicht.
Zu tief habe ich es versteckt unter dieser Maske aus Spaß. Habe mich selbst verloren. In einer Welt, einem Spiel, dessen Regeln ich lange vergessen habe.
Wer bin ich? Warum fragen stellen, die ich nicht beantworten kann?
Niemand kann das…
Die Sinne vernebelt vom Rausch der letzten Nacht. Ein monotones Summen, welches meine Sicht für die Realität verklärt.
Warum Gedanken über das Morgen machen? Schon das Heute entzieht sich jeglicher Kontrolle. Das Gestern, den Emotionsmüll, begraben unter Schichten chemischer Drogen.
Verschobene Realitätswahrnehmung.
Die Menschen um mich herum werden langsam agil. Später Nachmittag. „Ich bin so antriebslos.“, Die Worte wehen durch den Raum und ich muss lächeln. Antriebslos? Ich bin Orientierungslos. Auf Abwege geraten, auf der Suche nach mir selbst und dem Sinn hinter meinem Tun.
Und wofür? Für den Schmerz den dieses so genannte Leben tagtäglich für mich bereithält. Wenigstens der ist konstant.
Diese Affektiertheit meiner Person widert mich an. Kraft um das zu ändern habe ich schon lange nicht mehr. Zuviel wurde mir genommen.
Und wieder jammer ich nur über mein eigenes Übel. Kein Blick für die Schicksale der anderen.
Und ich halte an diesem Standart fest.
Dieses pseydo Rockstar leben.
Alles vergessen was mich beschäftigt. In einem Strudel aus Alkohol, Nikotin und Sex.
Und nicht einmal das kann ich gebührend feiern. Die Leichen in meinem Keller, die Anhängsel meiner Vergangenheit spucken mir ins Gesicht. Verbale Attacken, voll auf die Psyche. Na danke!
Und ich nicke und lächel. Ich loser.
Glorifiziert und Angst vor dem eigenen Selbst. Angedichtete Stärke. Verpackt in diesen Körper, der sich von Tag zu Tag in etwas verwandelt was ich nicht mag. Doch dem Rest gefällt es.
NIcht mein Lebensstil stört mich, sondern meine eigene Falschheit. Die Maske die ich trage.
Immerzu, jederzeit.
Ausser in diesen Zeilen. Hohle Worte und leere Floskeln, die mir mein Scheitern deutlich vor Augen führen. Ich schreibe nicht weil ich etwas besser weis, sondern um zu verstehen.
Lachhaft. Schon der Gedanke an Selbsterkenntnis verwandelt mein Gesicht in eine Fratze. Ein boshaftes Grinsen. Und ich mache weiter.
Gehe den Weg den ich mir selber ausgesucht habe und frage mich wohin das führt. Warum gehen, wenn das Ziel nicht feststeht.
„Wir brauchen kein Ziel, wir sind der Weg?“
Schwachsinn. Daran glaubt doch wohl nicht wirklich jemand, oder? Diese Gedanken, warum nehme ich mir Zeit für sie? Neben den Gedanken an Sex und Party wirken sie wie Fremdkörper. Und doch habe ich sie und hänge ihnen nach.
Stundenlang. Verfolge Gespräche nur Oberflächlich. Versunken in mich selbst. Warum bekomme ich eigentlich nichts wirklich auf die Reihe? Was macht mich so schwach? Schwächer als die meisten denken. Ich blicke kurz auf. Die Person mir gegenüber macht mir Angst. Aber nur halb so sehr wie sie mich fasziniert. Vielleicht weil sie durch meine Rüstung blicken könnte.
Angst vor einem Menschen den ich nicht kenne und die mich noch viel weniger kennt. Niemand tut das.
Nicht mehr.
Wahrscheinlich will ich das garnicht mehr.
Mein Unterbewusstsein lenkt all mein handeln. Freier Wille, eine Illusion. Und doch habe ich Hoffnung, Hoffnung mein Schicksal doch noch lenken zu können. Zu beeinflussen.
Es wird wieder dunkel. Der Dreck der letzten Nacht klebt noch an mir. Umgibt mich wie ein Mantel. In dem ich mich in die Anonymität ergeben kann. Mein Körper schreit nach mehr, aber meine Seele sucht verzweifelt nach der Notbremse, dem Ausstieg.
Schluss machen. Wenns sein muss mit allem.
Wenn ein Kapitel sich öffnet muss sich ein altes schließen.

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